Auch wenn die Orgel gemeinhin als Königin der Instrumente gilt, muss sie ab und an überholt werden - vor allem, wenn sie mehr als 50 Jahre tagein, tagaus bespielt wird. Die Weise-Orgel in der Höchstadter Stadtpfarrkirche ist ein solches Instrument.

1965 wurde es von der renommierten Plattlinger Orgelbaufirma Weise neu auf der Empore der Höchstadter Barockkirche eingebaut. "Die Technik ist am Ende, die Windladenbälge sind durch", stellte am Dienstag Orgelbaumeister Andreas Hemmerlein aus Cadolzburg fest. Nach über 50 Jahren ist das auch nicht verwunderlich.

Weil in dem n Gotteshaus jetzt ohnehin die Generalsanierung anläuft, war für Dekan Kilian Kemmer der Zeitpunkt ideal, um auch gleich der Orgel eine grundlegende technische Renovierung zu verpassen. Mit dieser wurde einmal die Firma von Andreas Hemmerlein beauftragt, die die Höchstadter Weise-Orgel schon seit über zehn Jahren betreut. Weil die Orgel aber bereits an Weihnachten wieder erklingen soll, wurde Orgelbaumeister Dominik Friedrich aus Oberasbach mit ins Boot geholt. Fachkräfte beider Firmen haben jetzt damit begonnen, die knapp 3000 Pfeifen auszubauen.

Die sind zum größten Teil aus Zink, manche aber auch aus Holz. Die größten Zink-Pfeifen für die tiefen Töne sind über vier Meter lang, die kleinsten sind nur wenig länger als ein Bleistift. Bis auf sechs 5,20 Meter lange Holzpfeifen wird alles ausgebaut und vom über Jahrzehnte abgelagerten Staub befreit. Manche Metallpfeifen haben sich verformt und müssen gerichtet werden. Die elektro-pneumatische Technik der Orgel wird weitgehend erneuert. Die beiden Orgelbaumeister versprechen den Höchstadtern dann eine gut austarierte Orgel mit einem saubereren Klang.