Inge Blankenbühler ist dabei neue Bücher für Kinder in die Regale im Treppenhaus zu stellen. Die öffentliche Bücherei in Lonnerstadt hat ihr Domizil im Gemeindehaus der Pfarrei neben der Wehrkirche.

Der Standort der Büchereiregale hört sich nur im ersten Moment seltsam an. "Wir haben einen Vorteil", sagt Blankenbühler, "wer ins Haus kommt, kann an der Bücherei nicht vorbeigehen." Und manche entleihen auch selbstständig, wie die Mutter-Kind-Gruppe, die jeden Donnerstagvormittag im Haus ist.

Das entlastet Blankenbühler und ihre vier ehrenamtlichen Helferinnen. Denn sie haben neben den üblichen Öffnungszeiten noch einen besonderen Dienst: Sie versorgen die Buskinder regelmäßig mit Büchern.Die Schule in Lonnerstadt hat einen weiten Einzugsradius und die ersten Kinder kommen schon um 7.15 Uhr an.
Einmal im Monat können sie in die Bücherei hinübergehen und nach Herzenslust schmökern und Bücher ausleihen. "Bis zum Schulbeginn können sie bei uns bleiben; die Lehrer wissen das und sind großzügig", sagt Büchereileiterin.

Und wer die letzten sind, weiß sie auch genau. "Manche trödeln, aber das sind gar nicht die eifrigsten Leser."
Die Nähe zur Schule - Klassenbesuche sind üblich - spiegelt sich im Büchereiangebot wider. Die evangelische Bücherei verzichtet deshalb auf ein Filmausleihangebot und vom Bücherbestand sind ungefähr drei Viertel für Kinder und Jugendliche. 1800 zählt Blankenbühler für diese Gruppe; an Erwachsene adressieren sich ungefähr 650 Romane und Sachbücher. Und Hörbücher gibt es auch nur für Kinder.

Ein Extra-Regal haben die Antolin-Bücher, sorgfältig nach Jahrgang geordnet. Antolin ist ein Leseförderungsprojekt für Schulen, bei dem die Kinder ihre Lektüre online reflektieren können.

Seit dem Ende der Hauptschule ist es schwieriger

"Die Schule ist gleich gegenüber; allerdings wird der Kontakt seit dem Ende der Hauptschule schwieriger", berichtet sie über die Zusammenarbeit. Denn gerne nimmt sie für die Bestandsergänzung Vorschläge von Lehrern an, welche Bücher Kinder ansprechen könnten. "Wir gehen sehr viel auf die Kinderwünsche ein", betont sie und verweist auf die aufliegende Wunschliste.

Manchmal klappt das nicht so, erinnert sich Blankenbühler. So hatte sie auf eine Empfehlung hin das Buch "Die Kurzhosengang" von Viktor Caspak besorgt. Es stand dann ziemlich ungelesen rum - bis ein Kind das Buch als Preis in der Schule erhielt. "Toll" hieß es bald und viele Klassenkameraden wollten es plötzlich lesen. "Kindergeschmack ist halt subjektiv", meint sie.

Blankenbühler freut sich über das Engagement ihrer Mitstreiter. Als Beispiele nennt sie die Vorlese-Oma im Kindergarten, das traditionelle Vorlesen am Adventsmarkt oder Gerrit Hoppe. Der Kommunalpolitiker opfert einmal im Jahr eine Vormittag und macht Bilderbuchkino - ein Vorlesen mit Bildern.