Das Eisengitter der Gefängnistür fällt ins Schloss. Knapp 20 Kinder sitzen auf dem harten Bett in der Zelle oder klammern sich an den Gitterstäben fest. Länger als nötig wollen sie dort wirklich nicht bleiben. "Da ist nichtmal Klopapier!", ruft ein Junge entsetzt. Tatsächlich müsse ein Insasse alles, was nicht einbetoniert ist, über eine Sprechanlage anfordern, damit er keinen Unsinn anstellt, erklärte die Polizeibeamtin Michaela Rosenthal. Gemeinsam mit ihren Kollegen veranschaulichte sie gestern 63 Grundschülern ihren Arbeitsalltag und stellte sich der Neugier der Kinder.

"Häufig vermitteln Eltern ein falsches Bild, oder drohen ihren Kindern mit der Polizei. Wir wollen heute auch Berührungsängste abbauen. Die Kinder sollen sich trauen, zu uns zu kommen, wenn sie Hilfe brauchen und sich zum Beispiel verlaufen haben", erklärt Rosenthal.

Die Kinder durften nicht nur die Gefängniszelle besuchen, ihren eigenen Fingerabdruck anfertigen und die Dienststelle erkunden, sondern auch gemeinsam mit Rosenthal das Polizeiauto auf den Kopf stellen. Neben einem Skizzenbrett zur Dokumentation des Unfallorts, einem Feuerlöscher, dem Funkgerät und der Polizeikelle entdeckten sie auch zwei schusssichere Westen. Das Highlight des Autos bildete das eingeschaltete Blaulicht. Die Kinder störte es nicht, dass das laute Martinshorn nicht eingeschaltet werden durfte und übernahmen das typische Geräusch freudestrahlend selbst.


Vierbeinige Einsatzkräfte

Gibbs ist mit fast neun Jahren bereits ein routinierter Mitarbeiter der Polizei. Der belgische Schäferhund kann nicht nur Sprengstoff erschnüffeln, sondern leistet mit seinem Herrchen Stefan Archinger auch Schutzdienste. Sein 15 Monate alter Kollege Cupper ist noch in der Ausbildung.

"Warum hört mein Hund nicht so gut?", "Kann der nochmal Sitz machen?", "Hört der auch auf mich?", wollten die Kinder wissen, die beeindruckt vom Können der Vierbeiner waren.

"Der Hund gehört dem Staat, aber ich bin für ihn verantwortlich. Er lebt ganz normal bei uns in der Familie", erklärt Archinger während er seinem Partner liebevoll übers Fell streichelte. Die Arbeit macht den Tieren viel Spaß. "Der Hund sucht den Sprengstoff oder Drogen nicht, weil er diese gerne mag, sondern weil er danach Anerkennung bekommt und mit Futter und Spielzeug belohnt wird. Er ist ein soziales Tier und braucht Bestätigung", erläutert Archinger, der seit 2007 als Hundeführer arbeitet.

Rund 25 Einsätze erreichen die Dienststelle Höchstadt pro Tag von Menschen, die ihre Unterstützung brauchen.