Heuer war es nichts für die Nachbarn mit Baumansägen in Vestenbergsgreuth (Landkreis Erlangen-Höchstadt) und die Ortsburschen wie letztes Jahr der Gefahr wegen zum Fällen der Kerwasfichte in Vestenbergsgreuth zwingen. Mit etlichen Flacheisen rund um den Stamm sicherten die "Junggesellen" den gefährdeten Teil des Stammes am Samstag gleich nach dem Aufstellen.

Böse Buben schälten ihn dann zwar zwischen den Eisen dann in der Nacht, aber was soll's? "Wer unseren Baum schälen zu müssen meint, der soll ins Zelt kommen" sagt Andreas Freymann, seit vielen Jahren einer der "Obermacher" bei den Junggesellen. "Wir geben ihm gern eine Maß Bier aus - aber bis jetzt hat sich ja noch keiner hergetraut."

Das Schälen juckt die Ortsburschen also nicht weiter. Den Baum stellten sie fast in Rekordzeit auf. Eine halbe Stunde etwa und die 25-Meter-Fichte stand. Wer von den Zuschauern ein bisschen später kam, hatte das Nachsehen. Da stand der Kerwasbaam schon und die Arbeit war getan.

Am Sonntag war der Umzug dran. Fünf Wagen hatten die "Junggesellen" zusammengestellt, alle versehen mit Aufschriften und Dekoration, die an bemerkenswerte Ereignisse im Vestenbergsgreuther Dorfgeschehen des vergangenen Jahres erinnerten.

Ein Jahr nach Wagenmotiven gesucht


Ob es um Ärger über den nun im zweiten Jahr bestehenden Platz des Festzeltes direkt an der Straße entlang der Christuskirche ging oder um "gschlamperte Damen", die sich ihre Vergnügungsstätte nun nicht mehr am Weiher suchen: Aufgepasst hatte man schon das ganze Jahr über, was so eines Kerwawagens würdig wäre. Nach der in Vestenbergsgreuth traditionellen Totenehrung mit Kranznieedrlegung am Kriegerdenkmal zog der Zug wie gewohnt bis zum Vergnügungspark. Musikalisch begleitet wurde er von den Taschendorfer Musikanten.

Am Vergnügungspark gab es heuer mit einer Eisenbahn für Kinder eine neue Attraktion. Wie ein richtiger Lokomotivführer konnten sich die Kleinen dort fühlen - in der Eisenbahn macht das Reisen doch gleich mehr Spaß.
"Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf der Kerwa", sagte Andy. "Der Betrieb im Festzelt, der heuer endlich wieder am Freitag startete, war so groß, dass wir heute am Sonntag schon Bier nachbestellen mussten. Es war an beiden Tagen gerammelt voll."

Den Vestenbergsgreuthern gefiel ihre Kerwa also und auch Gäste von außerhalb hatten nichts zu klagen. Am Montag folgt noch die Schützenproklamation und es wird im Zelt weitergefeiert. Mit dem Kerwaei groom und Feuerhupfen Punkt Mitternacht schließt die Vestenbersgreuther Kirchweih.