Langeweile ist doof. Darüber sind sich die acht Kinder einig, die zum Friedens-Aktionstag des Jugendparlaments in die Fortuna Kulturfabrik gekommen sind. "Ich würde jetzt vor dem Fernseher sitzen und mich langweilen oder mit unseren Haustieren spielen", bekennt die 13-jährige Jessica. Sie hat schon an mehreren Aktionen im Jugendzentrum teilgenommen; zuletzt bei der Halloween-Übernachtung.

Nicolas (10) kommt aus Weisendorf. Seine Mutter hat von dem Angebot gelesen und hat ihren Sohn angemeldet, wohl, damit er nicht zu arg "faulenzt und Computer spielt" (Nicolas), während sie bei ihrer Ausbildung ist.

Teppich-Ralley

Lisas (10) und Lauras (8) Vater hat zwar heute noch Urlaub, aber die Töchter hatten Lust zu kommen. "Wir hätten keine Betreuung gebraucht. Auch die Grundschule Süd bietet ein Spieleprogramm für ihre Schüler an.
Aber die Mädchen wollten etwas gemeinsam machen", sagt er dazu.

Klar, gemeinsam ist es lustiger - wie der Tag zeigte: Fünf kleine Teppiche. Wie schafft man es, dass alle darauf stehend den Weg durch den Saal schaffen? Wie wandert ein Reifen rundherum, wenn sich alle an den Händen halten? Das Ergebnis sieht lustig aus, wenn sich der eine nach vorne und der anderen zur Seite verrenkt.

Am schwersten haben es - unter dem Gelächter aller - die beiden Ältesten, Marlene Kreyenberg und Alexander Barth vom Jugendparlament, sich durch den Reifen zu zwängen. "Wir haben Spiele ausgewählt, bei denen alle zusammenarbeiten müssen", erklärt Jugendpflegerin Julia Weiland zum Konzept.

"Nein, nein, wir haben kein Referat zum Thema Frieden vor", lacht sie. Sie bedauert, dass das diesjährige Angebot für den schulfreien Tag nicht auf mehr Interesse stieß. "In den vergangenen Jahren machten wir eine Spieleolympiade. Da kamen um die 30 Kinder." Damals waren auch Sechs- und Siebenjährige dabei - eine Altersgruppe, die die Eltern nicht so gern eine Tag lang alleine zuhause lässt. "Vielleicht haben sich die Eltern etwas Falsches unter dem Aktionstag vorgestellt", vermutet Weiland.

Angebot für Mitarbeiterkinder

Über Langeweile brauchen sich so auch die Kinder und die Jugendlichen vom Freiwilligen sozialen Schuljahr nicht zu beklagen. Neben den gemeinsamen Spielen konnten Mobile und Friedenstauben gebastelt und bunte Buttons hergestellt werden. Das gemeinsame Kochen und Mittagessen nicht zu vergessen.

Ein Programm für die Kinder der Mitarbeiter gab es auch im Erlanger Landratsamt. Mit den Familienbeauftragten Katja Engelbrecht-Adler und Markus Hladik sowie der Gleichstellungsbeauftragten Claudia Wolter besuchten 16 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren das Kinder- und Jugendmuseum Kachelbau in Nürnberg und sahen sich ein Theaterstück an.