Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) praktiziert das bereits mit der "Dorfwerkstatt" zur Neugestaltung des Rathausplatzes.

Nun will man mit gemeindlichen Themen auch die Kinder und Jugendlichen erreichen. Zielgruppe sind die Zwölf- bis 18-Jährigen in der Gemeinde. Die Jugendpfleger Frank Schulte und Christina Lorz haben dazu ein Konzept entwickelt, mit dem sie in der Gemeinderatssitzung am Montag auch die Gemeindeväter überzeugen konnten. Um den Röttenbacher Nachwuchs zu begeistern, setzen die Profis in der Jugendarbeit auf moderne Medien. Schulte hatte ein Plakat mitgebracht, das die Jugend ansprechen soll: abscannen, einen kleinen Film anschauen und gleichzeitig für das Projekt "Jugend.mit.Wirkung"anmelden - das dürfte bei dieser Zielgruppe funktionieren. Man könne Texte verfassen und Fotos dazustellen und es im Gemeinderat vorstellen. "Im Idealfall machen das die Jugendlichen selbst, aber wenn das nicht klappt, kann ich es ja selbst machen", erläuterte Schulte sein Konzept.

An den Ortseingängen wollte Schulte das Plakat aufhängen. Horst Bittel (SPD) fand das allerdings nicht so gut. "Da fährt irgendeiner vorbei und hält sein Handy hin", fürchtet er. Bürgermeister Wahl meinte, die Bushaltestellen wären der richtige Platz dafür.

Ein Film zur Einführung

In der Sitzung ging es zunächst darum, "dass der Gemeinderat hinter dem Projekt steht" und seine Zustimmung dazu gibt. Als zweiten Punkt bat Schulte darum, einen kleinen Film - zur Einführung für die Jugendlichen - im Sitzungssaal drehen zu dürfen. Dieser soll den Jugendlichen Anreiz sein, in das Projekt einzusteigen. Themen, die die Jugend interessieren könnten, gibt es nach Meinung des Jugendpflegers viele: Bevölkerungsentwicklung, Umweltschutz, Parteien im Rathaus, aber auch die Neugestaltung von Spielplätzen, der aktuelle Stand der "Dorfwerkstatt" und anderes mehr. Anstöße erhofft sich Schulte auch von den Gemeinderäten - etwa so: "Das ist ein interessantes Thema, zu dem sollte man die Meinung der Jugendlichen hören!"

Über das Jahr verteilt, will Schulte einige "Aktionstage" durchführen. Sofern es klappt, könne man darauf aufbauen. Start soll am Buß- und Bettag sein. Am Vormittag sollen die Jugendlichen zunächst den Kurzfilm anschauen. In einer Art Geocaching soll er sie zu den verschiedenen Orten führen, an denen es interessante Themen gibt. Den Einführungsfilm wollen die Jugendpfleger in der nächsten Sitzung des Gemeinderats drehen. Die Gemeinderäte hatten damit "kein Problem".