Den westlichen Mauern des mittelalterlichen Schlosses in Höchstadt sollte man sich derzeit besser nicht nähern. Herabfallende Dachziegel könnten hier für Fußgänger oder Radfahrer zur tödlichen Gefahr werden. Nachdem auf dem Fußweg an den "Mühltürli" ein Ziegel zerschellt war, hat die Stadt die Zugänge vorsichtshalber abgeriegelt und warnt mit Schildern vor der Gefahr.

Viele Fußgänger und Radfahrer können entweder nicht lesen oder nehmen die Sperrung einfach nicht ernst und bahnen sich trotzdem einen Weg um die Absperrzäune herum.

"Die Sicherheit geht vor", begründet Bürgermeister Gerald Brehm (JL) die Sperrung der Mühltürli und kündigt an, dass der Weg wohl noch zwei bis drei Wochen dicht bleiben muss. So lange wird es vermutlich dauern, bis eine Fachfirma den Schaden am Dach in luftiger Höhe beseitigt hat. Derzeit sei es nämlich nicht einfach, überhaupt ein Unternehmen zu finden, das sich um das Schlossdach kümmern kann. Die Firmen seien ausgebucht, sagt der Bürgermeister.

Während das Dach schnell repariert werden muss, darf es im Inneren des Gemäuers langsamer voran gehen. Aber es sollte sich schon bald etwas tun, meint Bürgermeister Brehm. Sein Ziel sei eine "punktuelle Wiederbelebung" des Höchstadter Schlosses.

Bereits gelungen sei der Ausbau des Kultursaales im Erdgeschoss. Als nächstes soll die in das Schloss integrierte Nikolai-Kapelle wieder hergerichtet werden. Mit dem Nikolaibenefizium gibt es für die Schlosskapelle eine eigene Stiftung, die der Bürgermeister mit ins Boot holen möchte.

Im oberen Bereich des Schlosses schwebt Brehm ein "lebendiges Museum" vor. Vor allem junge Menschen sollten hier Geschichte erleben können. Aus Statik- und Brandschutz-Gründen wäre eine solche Nutzung der oberen Geschosse des Schlosses auch eher realisierbar als Räume für Großveranstaltungen. Brehm spricht von Museumsmodulen, wobei in Depots des Heimatmuseums schlummernde Exponate zum Einsatz kommen könnten.

Eine Aufgabe, über die sich Christian Plätzer, der neue Leiter des Heimatmuseums, auch schon Gedanken macht. Wie bringt man junge Leute wieder ins Museum? Dieser Frage will der Höchstadter Geschichtslehrer auch im Unterricht an seiner eigenen Schule nachgehen.