Auf praktische Weise kennenzulernen, wie viel Arbeit im Gemüseanbau steckt, die Bedeutung unserer Natur als Lebensgrundlage besser zu begreifen und die Wertschätzung für Lebensmittel zu fördern - das sind die Ziele des Projekts "Ackerschule", dass in diesen Tagen trotz Corona-Krise an der Grundschule Hemhofen gestartet ist. In dem zunächst auf drei Jahre ausgelegten Programm sollen die Schüler einen Gemüseacker bestellen, pflegen und natürlich auch eine hoffentlich reiche Ernte einfahren.

Zum Auftakt konnten leider keine Kinder beim Säen und Ausbringen der Pflanzen dabei sein. Diese Arbeit übernahmen Julia Amend und ihr Team vom Trägerverein "Ackerdemia". Unterstützt wurden sie dabei von Madlen Richter und Elvira Nagengast aus der Mittagsbetreuung der Grundschule. "Normalerweise findet diese Arbeit natürlich zusammen mit den Schülern statt", erzählte Julia Amend. Nun müsse man sich eben mit Videos von der Pflanzaktion behelfen, die man den Schülern online zur Verfügung stellen möchte. Über die Webseite der "Gemüse-Ackerdemie" www.gemueseackerdemie.de werden den Schulen und Eltern außerdem weitere Materialien angeboten, um den Kindern ihren Acker auch während eingeschränktem Schulbetrieb nahezubringen.

"Das Interesse ist auch trotz Corona ungebrochen hoch", sagte Amend. In diesem Jahr sind insgesamt 665 Kitas und Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei, 26 davon in Franken. Der Verein stellt Personal und Know-how, finanzielle Unterstützung erhält die Schule zudem von der AOK, einem langjährigen Kooperationspartner des Projekts.

Pflegeleichte Sorten

Die Idee der "Gemüse-Ackerdemie" hat sich seit ihrer Gründung 2014 mit sechs teilnehmenden Bildungseinrichtungen zu einem Erfolgsmodell entwickelt. "Das bewährte Konzept eines Schulgartens bringen wir ins 21. Jahrhundert und passen es an die heutigen Gegebenheiten an", erklärt Christoph Schmitz, Landwirt, Klimaforscher und Initiator des Vereins. Die Kinder sollen wissen, was sie essen und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen lernen.

In Hemhofen wurden unter anderem Kartoffeln, Spinat, Zwiebeln, Möhren und Radieschen, aber auch unbekanntere Gemüsesorten wie Mangold oder Palmkohl ausgebracht. Julia Amend erläuterte, dass "bewusst auf pflegeleichte Pflanzen, die auch nicht täglich gegossen werden müssen" gesetzt wird. Abwechselnd sollen verschiedene Gruppen einmal wöchentlich eine Doppelstunde auf dem Acker verbringen.

Die Hilfestellung durch den Träger wird im ersten Jahr kontinuierlich zurückgefahren, um später möglichst eigenständig ackern zu können. In der Grundschule Hemhofen hofft man nun, dass die Kinder bald das Wachstum ihrer ersten Pflanzen selbst begleiten und natürlich das Gemüse ernten können.