Da hockt er jetzt also, unser armer Praktikant. Das Räumchen hat vielleicht sieben Quadratmeter. Ein bescheidenes Bett mit einer gummierten Matratze, der stellvertretende Chef der Polizei Höchstadt, Gerhard Backert, sagt, man schlafe hier bequem. Die Raumtemperatur wird auch nach Wunsch eingestellt. Unmenschlich soll es ja nicht zugehen.

Keine Sorge, unser Praktikant darf gleich wieder raus, doch wer ansonsten hierher in eine der beiden Arrestzellen der Höchstadter Polizei kommt, hat sich schon ein bisschen was geleistet. Insgesamt saßen im letzten Jahr 41 Personen in der Arrestzelle der Polizei Höchstadt. 2011 waren es gar 46.

Es sind Straftäter, die auf einen Haftbefehl warten, genauso wie solche, die bis zur Abfahrt in die Justizvollzugsanstalt Nürnberg hier sitzen, oder solche, die in der Nacht einfach zu viel getrunken haben und vor sich selbst geschützt werden müssen.
Dann werden sie von der Streife "abgeholt", manchmal auch etwas unsanfter. Gerade, wenn Alkohol im Spiel ist, kann der ein oder andere rabiater werden. Wie am 2. Januar geschehen, als die Zelle zum ersten Mal im neuen Jahr beansprucht wurde. Der Mann war betrunken und kaum zu bändigen.

Mit Klopapier Klo verstopft

Aber egal, warum einer da ist. Das Prozedere vor dem Gang in die Zelle ist immer das Gleiche: Schnürsenkel, Gürtel - alles Gefährliche muss weg. "Es kam schon alles vor", sagt Backert. Einer habe sich schon mal am Hemd aufknüpfen wollen. Im Ausnahmezustand ticken viele anders. Da manche schon auf die Idee kamen, das Klo in der Zelle mit Klopapier zu verstopfen, gibt es nur einzelne Blättchen. Und manche verschmieren die Zelle mit Blut oder Kot, das kam alles schon vor. Meist seien die Insassen aber friedlich, sagt Backert. "Bei uns bleiben die Klienten nur ein paar Stunden bis zu einem halben Tag." Und meist seien sie am nächsten Tag ganz handzahm und schnell verschwunden.

Doch vorher müssen sie noch 53 Euro zahlen. So viel kostet eine Übernachtung bei der Polizei. Das ist bayernweit einheitlich geregelt. Fahrtkosten der Streife kommen hinzu. Und sollte einer mal nicht an sich halten, muss er auch die Reinigung übernehmen. Ein Frühstück gibt es nur selten. Wenn einer aber auf die Vorführung vor den Haftrichter wartet, bekommt er ab und zu ein Essen. Dazu gibt es eine Portion aus der Krankenhaus-Kantine oder es gibt ein Fertiggericht. Verhungern soll ja keiner.