Christine Eibert hat vor einigen Jahren ihre Tochter im Alter von fünf Jahren verloren. Um diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten, engagiert sich die Neuhauserin als Hospizhelferin und macht Trauerbegleitung.

Darüber hinaus möchte sie eine in Coburg realisierte Idee auch für Mittelfranken adaptieren. Eibert möchte einen Regenbogenwald anlegen. So heißt das inzwischen bepflanzte Gelände in Coburg, auf dem verwaiste Eltern zum Gedenken an die Verstorbenen einen Baum pflanzen dürfen. 2000 wurde der Gedenkort eingerichtet; bis heute sind schon mehr als 50 Bäume gepflanzt worden. Man sucht schon eine neue Fläche.

Projekt mit Außenwirkung

In Coburg stellte die Stadt ein geeignetes Grundstück zur Verfügung; in Neuhaus kann Eibert auf ein Grundstück in Familienbesitz zurückgreifen. Die Gemeinde steht dem Vorhaben wohlwollend gegenüber. "Das ist ein Projekt mit Außenwirkung", sagt Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Seine Stellvertreterin Jutta Köhler (SPD) sprach von einem "Ort des Trostes".

Doch beinahe wäre das Vorhaben gescheitert. Durch ein Missverständnis. Eibert hat den Verein "Regenbogenwald" gegründet. Er übernimmt die Pflege der geplanten Anlage. Um die Idee anschaulich zu machen, ließ man einen Plan zeichnen, der unglücklicherweise mit "Gedenkstätte Regenbogenwald" betitelt war.

Das irritierte die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses Vereine, Kultur und Soziales. Und offenbar auch das Landratsamt. Der Sachverhalt landete bei der Baugenehmigungsbehörde.

Man ging von einem Bauwerk in der freien Natur aus und forderte nach dem Baurecht einen Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans. Die Kosten dafür hätten mehr als 8000 Euro betragen.

Einheimische Gehölze

"In einem Gespräch mit dem Kreisbaumeister fanden wir eine Lösung", berichtete Fischkal im Nachgang zur Ausschusssitzung. Die Initiatoren verzichten darauf, irgendwelche Bauwerke (im rechtlichen Sinne) auf der Streuobstwiese zu errichten. Vor allem von einer Sitzgruppe um eine Feuerstelle wurde Abstand genommen.

Auch aus dem Grund, dass sich dort nicht nur Trauernde niederlassen könnten, sondern Jugendliche zum Feiern zusammenkommen.

Die Untere Naturschutzbehörde hat für eine "Teilaufforstung" schon grünes Licht gegeben. Von den 9000 Quadratmetern dürfen 5000 mit einheimischen Gehölzen bepflanzt werden.

Pflanzaktionen werden wie in Coburg voraussichtlich zweimal im Jahr stattfinden. Für die Pflanzgruben möchte die Gemeinde das nötige Gerät aus dem Bauhof einsetzen. Verwaiste Eltern können den ausgewählten Baum pflanzen, eine Andacht könnte den würdigen Rahmen bilden. Die Pflege übernehmen die Vereinsmitglieder.