Zehn Künstlerinnen und Künstler stellen ihre Werke aus. Veranstalter ist der Kunst- und Kulturverein Herzogenaurach e.V., der unter den rund 100 Mitgliedern auch zahlreiche Kunstschaffende in seinen Reihen zählt.
Mehrere Ausstellungen im Kunst-Raum hat der Verein bereits bestritten, dieses Mal handelt es sich um keine Ausstellung, die ausschließlich von einer Künstlerin oder einem Künstler bestritten wird, wie es schon häufig der Fall war. Die Ausstellung "das nackte Leben" haben zehn Mitglieder der Künstlergruppe des Kunst- und Kulturvereins mit ihren Werken beschickt.

In unterschiedlichen Techniken und Formaten wird das Thema in ein Bild gebannt. Ein weiblicher Rückenakt mit einem weißen Sonnenhut und rotem Band vor einem blauen Hintergrund aus Meer und Himmel fällt vielen Besuchern in der Ausstellung auf.
Erschreckend bei dieser idyllischen Darstellung ist lediglich die Rückenflosse eines Haifisches, die aus dem Wasser ragt.

Hat hier jemand auf einem Felsen nur sein Leben retten können? Alexander Czoppelt hat für die Ausstellung ein Bild mit einer toskanischen Landschaft und einen davor drapierten weiblichen Akt vor einem Pool aus seinem Oevre ausgewählt.

Flüchtlingstragödie auf Leinwand

Bei der Ausstellung geht es aber nicht nur um Aktdarstellungen. Ilonka Münsterer-Maar zeigt auf einem Bild ein Boot, eher eine Nussschale, die zwischen hohen Wellen dahintreibt. Damit ist sofort die Assoziation an Flüchtlinge präsent, die versuchen, über das Meer aus ihren bürgerkriegsgeschüttelten Ländern in den vermeintlich sicheren Westen zu kommen. Der Ausstellungstitel müsste hier ergänzt werden und eigentlich "um das nackte Leben" heißen.

Ein Bild von Karin Mersmann zeigt ein Gesicht, dessen Mund zu einem Schrei verzerrt ist. Ausdruck für etwas Schreckliches, das die abgebildete Person erfahren hat. Sonja Grünbaum hat eine eine grüne Tasche auf einer Mauer drapiert.

Stefania Teltschik hat sich für ihr Bild von einer Kreuzabnahme Michelangelos inspirieren lassen, dessen Farben sie begeisterten. Ein rot gewandteter Soldat und die in einen weißen Mantel gehüllte Maria dienten als Vorbild. Kombiniert hat sie das Bild mit einem Zeitungsausschnitt über Flüchtlinge, die 2007 aus Afrika in Spanien ankamen.

Es ist zu hoffen, dass sich auch einige Kirchweihbesucher bei den derzeitigen hohen Temperatur für die Ausstellung erwärmen können, bevor sie sich in den Weihersbach begeben.