An einem der größten Projekte in der Geschichte der Stadt wurde jetzt Richtfest gefeiert: Zehn Millionen Euro verschlingt die Zusammenlegung, Erneuerung und Modernisierung der Kläranlage der Stadt Höchstadt.

Zwei neue Gebäude an der Medbacher Straße nehmen modernste Technik auf: die mechanische Reinigungsstufe auf der einen, die Schlammbehandlung und -faulung auf der anderen Seite. Getrennt von der 1994 in Betrieb gegangenen biologischen Kläranlage hatte die mechanische Reinigung bislang ihren Standort an der Großen Bauerngasse. Durch die Zusammenlegung und die Optimierung mit modernster Technik verspricht sich die Stadt kürzere Wege und verbesserte interne Abläufe.

Strom aus Schlamm

Nach Fertigstellung der neuen Anlagenteile soll der Standort an der Großen Bauerngasse aufgelassen werden. Aus dem anfallenden Klärgas der neuen Schlammbehandlung soll Strom für den Eigenbedarf gewonnen werden. Zusätzlich sei in der Planung eine Photovoltaikanlage vorgesehen, erklärte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) beim Richtfest. Langfristiges Ziel sei es, energieautark zu arbeiten. Dies entspreche auch dem Stadtentwicklungskonzept.

Die Fertigstellung der Kläranlage sei 2015 geplant. Da es sich bei der Abwassseranlage um eine kostenrechnende Einrichtung handle, müssten die Bürger zur Kasse gebeten werden. Die Stadt habe jedoch ein moderates Umlagesystem gefunden, außerdem Rücklagen aufgebaut, die von der Investitionssumme abgezogen werden können. Durch die vorhandenen 35 000 Einwohnerwerte sei die Stadt in der glücklichen Lage, die Nachbargemeinden Gremsdorf und Lonnerstadt aufzunehmen. Sie würden ebenfalls ihren Anteil an den Kosten tragen. Die verbleibenden Kosten würden zu 30 Prozent über Beiträge, der Rest langfristig über Gebühren finanziert.

Hohe Wärmedämmung

Wie der Planer, Ingenieur Thilo Brunner, auf einem Rundgang erläuterte, können etwa 70 Prozent des Strombedarfs der Anlage aus dem Faulgas gewonnen werden. Hinzu komme noch die Photovoltaikanlage. Zudem sei die Wärmedämmung der Gebäude so hoch, dass sie praktisch einem Passiv-Haus entspreche. In den Neubauten wurde an Beton und Stahl so viel gebraucht wie für dreißig Einfamilienhäuser. 13 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, 1,3 Kilometer Rohrleitungen und 16 500 Meter Elektrokabel verlegt.