"Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts mehr, sondern an alles", zitierte Dekan Kilian Kemmer den berühmten Schriftsteller Umberto Eco. Oder wie es der Stadtpfarrer in eigene Worte fasste: "Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!"

In seiner Predigt im Anschluss an die Prozession stellte er damit einen Bezug her zu den Wettervorhersagen, die für Fronleichnam schlechtestes Wetter prophezeit hatten. Eine Vielzahl von Anfragen, ob denn die Prozession stattfinde, resultierte daraus. Die Höchstadter Fronleichnamsprozession wurde eine ganz besonders schöne, innige und prachtvolle Demonstration des Glaubens. Dass die Kirche Präsenz zeigt, ist dem Stadtpfarrer wichtig. Denn dies sei ja der Sinn des Festes: "In der Öffentlichkeit zu dokumentieren, dass Christus da ist, dass er mit uns unterwegs ist."

"Durch die Kommunion tragen wir Christus in uns.
Tragen wir ihn nun auch hinaus in die Welt", hatte der Geistliche schon im voran gegangenen Gottesdienst die Gläubigen aufgefordert. Und viele folgten diesem Ruf: Männer, Frauen und Kinder, die Honoratioren der Stadt, die Polizei, 14 Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen und sieben Zunftfahnen der Höchstadter Handwerker verliehen dem Zug ein prächtiges Bild. Zusammen mit den Ministranten, die Figuren des Jesuskinds und des Auferstandenen Christus trugen, waren insgesamt 42 Messdiener im Einsatz.

Von Gruppen und Vereinen, die sich unter den besonderen Schutz der Heiligen gestellt haben, wurden die Figuren der Muttergottes, des heiligen Josef, des heiligen Georg, des heiligen Florian, der heiligen Barbara und des heiligen Wendelin im Zug mitgeführt. Mit Kränzen und frischen Blumen hatten sie ihre Schutzheiligen herrlich geschmückt. Von der Pfarrkirche ausgehend bewegte sich die Prozession mit dem Herzstück, dem eucharistischen Brot in der Monstranz, durch die Bamberger Straße zum ersten Altar.

Auf dem Weg zum zweiten (am Polizeikreisel) und zum dritten Altar am Schillerplatz schlossen sich immer mehr Gläubige an. Beim Tragen des Allerheiligsten wechselten sich Dekan Kilian Kemmer und Kaplan Gregor Grinn ab. Die Stadtkapelle unter Leitung von Georg Römer begleitete die alten Sakramentslieder. Trommelwirbel des Spielmannszugs der Feuerwehr unterstrichen die Bedeutung des eucharistischen Segens, der an den Altären gespendet wurde.

Vorbeter war Wolfgang Köberlein. Er übt dieses Amt schon seit frühester Jugend aus. Nach der letzten Station auf dem Marktplatz endete die Prozession in der Stadtpfarrkirche.