Mehr als ein riesiger Trümmerhaufen erinnert nicht mehr an den einstigen Höchstadter Bahnhof. Die Kulturfabrik muss sich jetzt an einen deutlich anderen, ganz neuen Anblick gewöhnen. Steinbrocken, Holzbretter, Erde - der Bahnhof ist endgültig Geschichte. Von Montag bis Mittwoch wurde das Gebäude abgerissen. Fast 115 Jahre alt ist es geworden. Auch vom ehemaligen Gebäudekomplex der Baywa werden derzeit noch die letzten Reste dem Erdboden gleich gemacht.

Denn die Firma Schaeffler braucht Platz. Viel Platz. Statt Zügen werden auf dem Gelände nämlich bald Autos fahren. Auf dem einstigen Bahnhofs- und Baywa-Gelände baut Schaeffler einen geschotterten Parkplatz, auf dem rund 300 Arbeitnehmer künftig ihre Autos abstellen können. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Noch dieses Jahr soll der Parkplatz fertig werden. Eine deutliche Erleichterung - sowohl für Schaeffler-Mitarbeiter als auch für die Anwohner.
"Damit kann kurzfristig die sehr angespannte Parksituation in den angrenzenden Wohngebieten gelöst werden", sagt Martin Adelhardt, Pressesprecher bei Schaeffler.

Weitere Planungen stehen aus

Schaeffler hat das Grundstück vor gut einem Jahr erworben und das Gebäude des alten Bahnhofs laut Adelhardt auf seine Substanz geprüft. Vor allem im Innenbereich sei es stark sanierungsbedürftig gewesen. Das Landratsamt erteilte schließlich die Abrissgenehmigung. Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz. "Schaeffler hat daher beschlossen, den Bahnhof abzureißen", erklärt Adelhardt. Die Planungen für die weitere Nutzung des ehemaligen Bahnhofsgeländes sind ihm zufolge dagegen noch nicht abgeschlossen.

So oder so: Eine Ära geht zu Ende. Das einstige Fußballmuseum, das vorübergehend in einem ausgebauten Schuppen neben dem Bahnhof sein Zuhause fand, ist seit drei Monaten in einem Container untergebracht. "Eine Firma aus Norddeutschland hat ihn umsonst zur Verfügung gestellt", erzählt Bernd Riehlein, Leiter des Fortuna Kulturzentrums, wo der Container derzeit noch steht. "Aber nicht mehr lange. Der Betreiber Johann Schlüper will damit demnächst auf Tour gehen, zu sämtlichen Fußballstadien", sagt Riehlein.

Obdachlose, die einst im Obdachlosenheim neben dem Bahnhof untergebracht waren, sind nun laut Bürgermeister Gerald Brehm (JL) "dezentral" untergebracht, sprich in Wohnungen der Stadt oder teilweise auch in Privatwohnungen.