• 3G-Regel gilt seit Donnerstag (26. August 2021) im Landkreis Erlangen-Höchstadt
  • Höchstadt an der Aisch: Gasthaus Dürrbeck in Jungenhofen beklagt Mehraufwand
  • Mitarbeiterin wünscht sich: "Söder soll uns Personal zur Verfügung stellen"
  • Kontrolle von Gästen: Restaurant-Angestellte in rechtlicher Hinsicht verunsichert

Weil die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Erlangen-Höchstadt drei Tage in Folge über dem Wert 35 gelegen hat, ist seit Donnerstag (26. August 2021) nun die sogenannte 3G-Regel in Kraft. Gäste im Innenbereich von Cafés, Restaurants und Schwimmbädern etwa müssen nun nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet sind. Im Gasthaus Dürrbeck in Jungenhofen sieht man die verschärften Corona-Regeln mit Skepsis. "Es sind einfach noch viele, viele Fragen offen", gibt Sabine Dürrbeck zu bedenken. 

3G-Regel in Erlangen-Höchstadt in Kraft: Familien-Gasthof wegen Gäste-Kontrolle verunsichert

"Wir müssen jetzt halt schauen, wie wir das umsetzen", gibt sich Sabine Dürrbeck vom traditionsreichen Gasthaus Dürrbeck in Jungenhofen pragmatisch. Das Lokal ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in Familienhand, der Betrieb wird aktuell bereits in der fünften Generation geführt.

Schwierigkeiten bei der Umsetzung der neuen 3G-Regel sieht Dürrbeck gleich in mehreren Punkten. "Da ist zum einen Mal der größere Personalaufwand", betont sie. Inklusive Aushilfen und Teilzeitkräften sind ihr zufolge derzeit rund 15 Beschäftigte im Gasthaus ihres Bruders Robert Dürrbeck tätig.

Die Schwester des Inhabers nimmt mit Blick auf den organisatorischen Mehraufwand die politischen Entscheidungsträger in die Pflicht. "Mein Wunsch wäre es, dass der Söder oder wer auch immer uns Personal zur Verfügung stellt." Ihr Argument: Bei Polizeieinsätzen etwa im Rahmen von Sportveranstaltungen seien die Behörden schließlich auch vor Ort. 

3G-Regel verunsichert Gasthaus-Mitarbeiterin: "Noch viele, viele Fragen offen"

Ein weiteres Problem seien die rechtlichen Aspekte bei der Kontrolle der neuen Corona-Verordnung. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt berechtigt sind, uns von den Gästen ihren Impfausweis oder Covid-Ausweis zeigen zu lassen." Sie vermisst hierbei eine Art Ratgeber vonseiten der Politik. "Es sind einfach noch viele, viele Fragen offen", gibt die Gasthaus-Angestellte zu bedenken. 

Da die 3G-Regel im Landkreis Erlangen-Höchstadt erst seit Donnerstag gilt, konnte das Gasthaus Dürrbeck im Umgang mit Restaurantbesuchenden bislang noch keine Erfahrung sammeln. "Wir können deshalb noch nicht sagen, wie der Gast darauf reagiert", erklärt Dürrbeck.

Die langjährige Mitarbeiterin in der Wirtschaft ihres Bruders kritisiert indes, dass in Hinblick auf die täglich veröffentlichten 7-Tage-Inzidenzwerte oft nicht ersichtlich sei, wo sich die Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Ob dies im Supermarkt, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Nahverkehr oder im Restaurant der Fall gewesen sei, lasse sich nicht nachvollziehen.

Neue 3G-Regel: Corona-Maßnahmen treffen Gastronomie erneut 

Dennoch träfen die neuen Corona-Maßnahmen nun erneut die Gastronomie. "Wir hatten bereits von November bis Mai keinen Gastbetrieb, nur unser To-go-Geschäft", konstatiert Dürrbeck. "Jetzt haben wir wieder offen, aber anscheinend sind wir jetzt schon wieder die Pandemietreiber." 

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