Fast 38 Grad im Schatten am Samstagnachmittag, und was machten die Jungs vom Kellerbergverein und der Jungen Liste in Höchstadt? Heiß hin oder her, sie stellten die 20 Meter lange Kerwasficht'n auf. "Wir haben das schon bei strömendem Regen gemacht, warum also nicht heute?" antworteten sie auf die Frage, ob das Wetter nicht doch ein bisschen ungünstig sei. Etwas schneller als sonst ging es allerdings - manche Worte, die über die glühende Luft gemurmelt wurden, sind nicht ganz druckreif.

Ersatz-Capo springt ein

Teamchef Johannes Riegler, der die Aktion sonst leitet, war heuer aus Termingründen nicht rechtzeitig vor Ort - da sprang eben der Jürgen ein.
Und weil er sich seiner Baumaufstell-Dirigierfähigkeit doch nicht so ganz sicher war, kam ihm eine gute Idee: Er verpflichtete kurzerhand den Frank von der Stadtkapelle, die den Zug des Baumes vom Feuerwehrhaus zum Platz an den Aischwiesen traditionsgemäß begleitete. "Der hat mehr Ahnung von diesem Job als wir alle", begründete er seinen Entschluss.
Frank, wiewohl ein richtiger Höchstadter, gab zwar zu, seine Kenntnisse vor allem von seinen regelmäßigen Besuchen der Kerwa in Bubenreuth zu haben, doch wie auch immer: Bezüglich der Kniffe beim Aufstellen ist Kerwasbaam Kerwasbaam und alles funktionierte bestens. "Zumindest dann, wenn ihr auf mich hört", musste der "Dirigent" seine Mannen zwar etwas zurecht weisen, als die Fichte, nachdem sie bereits ins Loch gerutscht war, leicht bedrohlich in die Gegenrichtung ausschwenkte. Doch eine Gegenstütze war schnell gefunden, und alle waren sich einig: "Hauptsache, die Ficht'n steht."

Zu heiß für die Fahrgeschäfte

Fast ebenso locker wie die Kerwasburschen nahmen Betreiber von Fahrgeschäften und Buden den heißen Tag. "Ideal fürs Geschäft ist es nicht", sagte die nette junge Dame von einem Süßigkeitenstand. "Die Leute kommen halt weniger. Doch ganz ehrlich: Wenn wir hier nicht arbeiten müssten, lägen wir sicher auch lieber auf der Terrasse oder irgendwo am Wasser. Wenn es gegen Abend kühler wird, wird er Besuch sicher besser."
Die Zuschauer beim Wirken der Kerwasburschen suchten sich einen Platz im Schatten der Bäume - Luca und "El Basto" hatten sich sogar extra Stühle mitgebracht und genossen das Schauspiel in aller Gemütlichkeit. Sogar die Stadtkapelle, die auch das Aufstellen mit ihren fröhlichen Weisen begleitete, mied heuer den gewohnten Standort und spielte ein paar Schritte weiter weg, wo es schattig war.