Nicht nur neugierige Blicke über den Gartenzaun werfen, sondern ganz legal in fremden Gärten herumspazieren und sich Ideen und Inspiration für sein eigenes grünes Paradies holen, das ist doch der Wunsch vieler Gartenfreunde! Möglich wird dies alljährlich zu Beginn des Sommers im Rahmen der bayernweit durchgeführten Veranstaltung "Tag der offenen Gartentür".

Bei Esmat und Karl Hofmann im Heßdorfer Ortsteil Untermembach könnte jeder Vorbeikommende durch den Garten spazieren, denn er ist nur zum Teil von einer Hecke oder Zaun umgeben. Der Naturgarten der Familie Hofmann unterscheidet sich von vielen anderen Gärten durch seine Vielfalt und Natürlichkeit. Entlang des Grundstückes wächst wilder Thymian der bei Bedarf natürlich auch verarbeitet wird.

Die Einstellung zur Natur hat bei Familie Hofmann auch bei ihrer Gartengestaltung eine Rolle gespielt. "Wir wollten die Natur zu uns nach Hause holen, weil man sie draußen nicht mehr so findet."


Vorliebe für Kräuter

Die Hausherrin ist gebürtige Iranerin, die sich sich sehr intensiv in der Flüchtlingshilfe engagierte, hat eine besondere Vorliebe für Kräuter. Diese werden von ihr und Tochter Hanna auch zu Salben oder Ölen verarbeitet.
Johann Hofmann, der Vater von Karl, hat das Haus am Ortsrand von Untermembach an der Hochstraße vor 45 Jahren gebaut und betrieb ein Baugeschäft, das jetzt von Karls Bruder geführt wird.

Übrig geblieben ist noch eine kleine Halle, die Karl Hofmann langsam eingrünen lässt, wobei die 20-jährige Tochter Hanna, Studentin für Grafik und Design, anstelle der Halle oder des alten Gartenhauses mit einem kleinen Häuschen liebäugelt. Das langgezogene Grundstück mit mehr als 2000 Quadratmeter würde den Platz hergeben. "Meine Schwester Ellen, die Architektur studiert, könnte mir ja den Grundriss zeichnen", meint Hanna.

Dem Garten mit seinen vielen Sitzgelegenheiten schließt sich Richtung Westen eine Streuobstwiese an. "Das ist kurios, die Bäume werden in Richtung Westen hin immer kleiner", sagt Karl Hofmann und seine Frau vermutet, dass das am Wind legen könnte.

Ihre Vorliebe sind die im Nutzgarten verteilten Gewürzkräuter, die von Esmat und Hanna Hofmann auch verarbeitet werden und die Salate verfeinern. Der Garten rund um die kleine Halle und den Holzstapeln ist so angelegt, dass viele Kleintiere hier Unterschlupf finden.


Schädlinge natürlich bekämpfen

Deswegen werden die Schädlinge mit nützlichen Insekten bekämpft und rund um den Gemüsegarten stehen selbst gebaute Insektenhotels sowie Baumstämme mit Löchern, die größtenteils bewohnt sind. Auch im Blumenbeet vor dem Haus wird Insekten ein Unterschlupf geboten. "Ich hab mal bemerkt, dass sich die Insekten zum Aufwärmen in Flaschen zurückziehen und da hab ich noch mehr Flaschen aufgespießt", erzählte Esmat Hofmann.

Was beim Betreten des Gartens ins Auge fällt, ist ein bepflanzter und selbst gebauter Kahn. "Den hat mein Bruder kurz vor seinem Tod gebaut und wir sind damals über den Weiher geschippert und der Kahn bekam nach seinem Tod einen festen Platz im Garten, was auch vom Vater sehr positiv aufgenommen wurde", erzählte Karl Hofmann.


Viele Sitzgelegenheiten

Wenn die Familie wollte, könnte sie sich einzeln im Garten zurückziehen, denn es gibt mehr Sitzgelegenheiten und Nischen als Familienmitglieder. Einen besonderen Ort hat sich Karl Hofmann zwischen den Brennholzstapeln geschaffen und jeder Besucher würde achtlos an der Lücke vorbeigehen. "Da habe ich meine totale Ruhe, kann der Natur lauschen oder ungestört lesen", zeigt er sein refugium.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gewähren die Besitzer von vier Privatgärten Einblicke zum "Tag der offenen Gartentür" Von 10 bis 17 Uhr können Gartenfans sich am Sonntag, 25. Juni, Inspirationen holen.

Heroldsberg Bei Theodor Betz (Bühlweg 14, Heroldsberg) können Besucher seinen 100 Jahre alten Obst- und Selbstversorgergarten besichtigen. Interessierten erklärt er gern, wie er Blumen und Gemüse selbst heranzieht.

Ebenfalls in Heroldsberg (Schustergasse 11) zeigt Familie Bezold ihren artenreichen Ziergarten mit über 100 verschiedenen Rosensorten.

Untermembach Im Landkreiswesten lädt Familie Hofmann (Hochstraße 24, Untermembach) in ihren Garten ein. Dort erzählt sie über ihre Vorliebe für Gemüse, Beeren- und Streuobst und erklärt, wie sich die vielen Gewürzkräuter verarbeiten lassen.

Rezelsdorf In Rezelsdorf können Gartenliebhaber Familie Hausmann (Rezelsdorfer Straße 26) besuchen. Sie zeigt ihren großen Garten mit Eichenwald, Fischteich, Obstbäumen und jeder Menge Gemüse.