Dass Mathematik Spaß machen kann, dafür stehen 540 Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 12 am Gymnasium Herzogenaurach. 31 von ihnen wurden jetzt für ihre hervorragenden Leistungen beim sogenannten Känguru-Wettbewerb als Preisträger ausgezeichnet. Seit über 15 Jahren engagieren sich die Oberstudienrätinnen Heike Düthorn und Astrid Dobler, um den Schülern zu zeigen, dass Mathematik nicht nur stupides Rechnen oder Formeln lernen bedeutet, sondern auch, auf knifflige Fragen Antworten zu finden.
Zur Preisübergabe kam auch der sichtlich stolze Schulleiter Norbert Schell, der für die 31 Bestplatzierten eine Überraschung dabei hatte. Sie verbringen mit den beiden Lehrerinnen einen zusätzlichen Wandertag, an dem es in den "Turm der Sinne" nach Nürnberg geht. Über einen ersten Platz freuten sich fünf Schüler, 14 erreichten einen zweiten Platz und zwölf belegten einen dritten Platz.
"Das ist eine Veranstaltung, die die mathematische Bildung in den Schulen unterstützen, die Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken und festigen und durch das Angebot an interessanten Aufgaben die selbstständige Arbeit und die Arbeit im Unterricht fördern soll", erläuterte Astrid Dobler das Konzept. "Der Wettbewerb lässt uns unsere Schüler noch einmal mit ganz anderen Augen als im normalen Mathe-Unterricht sehen", freut sich Schulleiter Norbert Schell über die große Beteiligung des Gymnasiums an der Wettbewerbsrunde. Durch Wettbewerbe zeigten sich oft bisher unentdeckte Talente, stellt der Rektor fest.
Stolz zeigten sich die beiden Lehrerinnen auf Daniel Kreiner aus der zwölften Klasse, der trotz der mündlichen Prüfungen zum Abitur auch so ganz "nebenbei" am Wettbewerb teilnahm und einen zweiten Preis erreichte. "Das ist unser Vorzeigeschüler", stellten die beiden Mathelehrerinnen fest. Es sei sehr erfreulich, dass sich auch immer wieder einzelne Abiturienten - trotz Abistress - bewusst für diesen Wettbewerb entscheiden. Da sie Jahr für Jahr seit der fünften Klasse teilgenommen haben, gehöre dies für sie auch im Abschlussjahr einfach zum Schulleben.


Teilnehmerzahl steigt stetig

"Der Wettbewerb boomt, sicherlich weil so viele Schüler daran richtig Spaß haben", meint Heike Düthorn. In Deutschland nahmen im ersten Jahr 1995 knapp 200 Schüler am Känguru-Wettbewerb teil, in diesem Jahr waren es rund 906 000 Teilnehmer aus 10 950 Schulen. Der Wettbewerb ist ein Multiple-Choice-Wettbewerb mit vielfältigen Aufgaben zum Knobeln, zum Grübeln, zum Rechnen und zum Schätzen, der vor allem Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken soll. Die bei Schülern häufig vorhandene Furcht vor dem Ernsthaften, Strengen, Trockenen der Mathematik soll etwas aufgebrochen oder mindestens angekratzt werden, formulieren die Organisatoren.
Die Idee für den Wettbewerb stammt aus Australien (1978) und wurde von zwei französischen Mathematiklehrern nach Frankreich geholt. Zu Ehren der australischen Erfinder wurde er "Kangourou des Mathématiques" (Känguru der Mathematik) genannt. Unter anderem eine Urkunde bekommt jeder Teilnehmer, die Preise sind Experimentierkästen, interessante strategische Spiele, anspruchsvolle mathematische Puzzles und viele Bücher. Außerdem werden die (Aller-)Besten aus den Klassenstufen 9 und 10 in internationale Mathecamps eingeladen. Für die Besten aus der Sekundarstufe II gibt es Kultur- und Bildungsaufenthalte.