Update vom 01.07.2021: Schaeffler ändert wieder Regel zur FFP2-Maskenpflicht

Ab dem heutigen Donnerstag (01. Juli 2021) sollte eigentlich eine neue Regel beim fränkischen Automobilzulieferer Schaeffler in Kraft treten: Bei Auftreten der Delta-Variante im Unternehmen sollte zunächst eine FFP2-Maskenpflicht gelten. Vollständig Geimpfte hätten sich davon befreien lassen können, Nicht-Geimpfte hätten generell die FFP2-Maske tragen müssen.

Nun macht das Unternehmen einen Rückzieher. Nach erneuten Gesprächen mit der Arbeitnehmervertretung reagiert Schaeffler und schafft die mögliche Bevorzugung von Geimpften bei der FFP2-Maskenpflicht wieder ab.

Gegenüber inFranken.de fasst ein Unternehmenssprecher die korrigierte Regelung zusammen: Sollten an Schaeffler-Standorten oder im Umfeld von Mitarbeitenden Corona-Fälle auftreten, greift eine FFP2-Maskenpflicht. Diese Maskentragepflicht gilt nun ohne Unterschied für alle Mitarbeitenden, sodass es vorerst keine Erleichterungen in Bezug auf das Tragen von FFP2-Masken für vollständig Geimpfte gibt.

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Rückblick auf 29.06.2021: Masken-Regel bei Schaeffler sorgt für Proteste

Neue FFP2-Maskenpflicht bei Schaeffler: Betriebsrat zeigt sich skeptisch. "Zum Schutz der Mitarbeitenden vor der als hochansteckend geltenden sogenannten Delta-Variante des Coronavirus sieht der Schaeffler-Pandemieplan ab 1. Juli vor, dass bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen eine FFP2-Maske getragen werden muss", teilt das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) inFranken.de auf Nachfrage mit. Die Delta-Variante wurde bereits in 24 der 37 fränkischen Regionen gemeldet.

Eine Ausnahme sei möglich, wenn der oder die Angestellte freiwillig eine vollständige Impfung gegenüber der jeweiligen Führungskraft nachweist - in diesem Falle reiche auch eine von Schaeffler zur Verfügung gestellte medizinische Mund-Nasen-Schutzmaske aus, erklärt ein Sprecher des Autozulieferers.

Aufseiten der Belegschaft stößt die neue innerbetriebliche Regelung auf Skepsis. "Das ist eine Dimension, die ich absolut kritisch sehe", sagt Salvatore Vicari, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Schaeffler, mit Blick auf die Unterscheidung zwischen geimpften und ungeimpften Angestellten. 

Schaeffler: FFP2-Maskenpflicht gilt nicht immer und überall

Der Gesamtbetriebsratschef erklärt, dass es sich bei der auf den Weg gebrachten FFP2-Maskenpflicht für nicht geimpfte Mitarbeitende um einen Vorschlag der Arbeitgeberseite handelt. "Wir reden aber nicht von einer pauschalen Tragepflicht", betont Vicari gegenüber inFranken.de. Auch der Konzern teilt mit, dass die neue Maskenregelung nicht immer und überall gelte. Demnach seien derzeit fast alle deutschen Schaeffler-Standorte so eingestuft, dass eine FFP2-Maske nur in Besprechungsräumen und auf den Wegen in Gebäuden getragen werden müsse, oder wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne. 

"Eine Impfung gegen das Coronavirus ist und bleibt freiwillig", verspricht der Konzern. Laut dem Sprecher des Autozulieferers hat Schaeffler seit Beginn der Corona-Pandemie umfangreiche und immer wieder angepasste Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden ergriffen. "Dazu gehört beispielsweise auch das Tragen eines medizinischen Mund-Nase-Schutzes" Grundlage sei der Pandemieplan der Schaeffler-Gruppe mit mehreren Stufen. 

Auch der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats hält fest, dass es letztlich darum gehe, wie die jeweilige regionale Corona-Situation sei. "Es gilt hier, die Balance zu finden, um zu sehen: Was ist notwendig - und was nicht?", sagt Vicari. Mit Blick auf die neu erlassene FFP2-Maskenpflicht bei Schaeffler hält er fest: "Ich will aber auch deutlich machen: Wenn es in einem Werk einen Vorfall mit der Delta-Variante gibt, müssen dort die größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden."

"Das ist eine Dimension, die ich absolut kritisch sehe"

Dass die FFP2-Maskenpflicht in einem derartigen Fall dann ausschließlich für ungeimpfte Angestellte gelten soll, ruft bei dem Arbeitnehmervertreter indes Zweifel hervor. "Das ist eine Dimension, die ich absolut kritisch sehe", gibt Vicari zu bedenken. "Wir müssen respektieren, dass es auch Beschäftigte gibt, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht impfen lassen wollen."

Vicari spricht sich nicht zuletzt mit Blick auf die sich verbreitende Delta-Mutante des Coronavirus vielmehr für eine entsprechende FFP2-Maskenpflicht für die ganze Belegschaft aus. "Auch wenn man geimpft ist, kann man sich ja noch infizieren", begründet er seine Haltung. "Ich sehe keinen Anlass, zwischen Nicht-Geimpften und Geimpften zu unterscheiden."

Er betont: "Wir müssen bei alledem auf das Miteinander im Betrieb achten. Wir wollen hier keinen Keil in die Belegschaft treiben." Schaefflers Gesamtbetriebsratschef spricht sich daher gegen eine visuelle Trennung seiner Kollegen aus. "Ich möchte Abstand nehmen von einer optischen Wahrnehmung, die zeigt, der ist geimpft und der nicht", bekräftigt Vicari. 

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