In Wiesendorf rollten gestern wieder die Traktoren. Zum dritten Mal hatte die Dorfgemeinschaft des Adelsdorfer Ortsteils am Wochenende zu ihrem Dorffest eingeladen. Nachdem die warmen Temperaturen bereits am Samstagabend knapp 200 Besucher in das Festzelt gelockt hatten, folgte am Sonntagvormittag ein feierlicher Gottesdienst mit anschließender Traktorenparade. "Die Parade war von Anfang an Teil unseres Dorffestes", berichtet Bernhard Dellermann, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Wiesendorf. Er ist beruflich in einer Landtechnikfirma tätig und hat deshalb besonders viele Landwirte in seinem Bekanntenkreis.

Einer von ihnen ist Clemens Seeberger. Der Hemhofener ist Vollblutlandwirt und präsentierte in Wiesendorf ein besonders antikes Traktorenmodell. Mit seinem blauen Traktor der Marke Lanz bildete er den krönenden Abschluss der Parade. "Dieser alte Lanz hat nur 19 PS und wurde bereits 1957 gebaut. Er hat damit definitiv Seltenheitswert", sagt Seeberger.
Heute seien Modelle dieser Art überholt und nicht mehr gebräuchlich. Lediglich zu Anlässen wie diesem hole man den Traktor aus der Scheune, so Seeberger.

Das Wiesendorfer Dorffest findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt.

Das Rahmenprogramm ist von Beginn an gleich geblieben und soll es, wenn es nach den Organisatoren geht, auch weiterhin bleiben. Rund 45 Mitglieder zählt die Dorfgemeinschaft derzeit. Mehr als die Hälfte der Einwohner Wiesendorfs engagiert sich damit innerhalb der Gemeinschaft. Für Clemens Seeberger macht unter anderem diese familiäre Atmosphäre den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. "Außerdem geht es bei dieser Oldtimerparade darum, die Traktoren in ihrem Originalzustand zu präsentieren", weiß der Experte. Anders als bei vielen anderen Traktorentreffen seien damit nicht nur Profi-Maschinen, sondern alle Altschlepper willkommen.

Clemens Seeberger fuhr gemeinsam mit seiner Familie gleich sechs Traktoren aus seinem Bestand nach Wiesendorf. Auch bei den kommenden Dorffesten möchte er diese Tradition fortführen.