Nach der konstituierenden Sitzung im Mai traf sich der Gemeinderat Hemhofen am Dienstagabend erstmals in neuer Zusammensetzung. Aufgrund der bestehenden Corona-Einschränkungen fand das Treffen im Schulungsraum der Feuerwehr an der Peter-Händel-Straße statt. Dabei standen der Zustand der Kanalisation in Zeckern und der öffentlichen Verkehrsflächen im Allgemeinen im Mittelpunkt.

Experte Stephan Endres vom Ingenieurbüro Miller erläuterte dem Gemeinderat die Ergebnisse der Ende 2019 abgeschlossenen Sichtprüfung der Kanalisation. Er zeigte sich bezüglich der Ergebnisse sehr zufrieden. "Das System in Zeckern ist sicherlich eines der besten Kanalnetze, die ich in den letzten Jahren gesehen habe", lautete sein Fazit. Endres betonte, dass bei den Hauptkanälen lediglich drei akute Sofortmaßnahmen nötig und zudem relativ einfach zu beheben seien.

Beseitigung kostet 210 000 Euro

Bei den untergeordneten kleineren Schächten und Leitungen sei die Zahl der Sofortmaßnahmen prozentual zwar etwas höher, aber auch nicht dramatisch. Die Kosten für die Beseitigung der größten Schäden schätzte Endres auf 210 000 Euro. Damit bliebe Hemhofen unter den von der Gemeinde für das Baujahr 2020/21 eingeplanten 300 000. Bezieht man die mittelfristig zu beseitigenden Schäden ein, so würden sich geschätzte Kosten von 480 000 Euro ergeben. Erst eine komplette Sanierung wäre mit circa 1,8 Millionen Euro recht kostspielig.

Hydraulische Sanierung steht an

Das IB Miller wurde beauftragt, ein Sanierungskonzept zu erstellen. Auf jeden Fall durchgeführt wird die hydraulische Sanierung, also eine Durchflussvergrößerung, im Bereich Finken- und Bergstraße. Dafür hat die Gemeinde bereits 500 000 Euro im Haushalt verplant.

Während es also bei der Kanalisation recht gut aussieht, sind die Straßen im Gemeindegebiet ein Problemfall. Der technische Leiter von Hemhofen, Michael Friedrich, listete 40 vordringliche Maßnahmen auf, die zügig angegangen werden müssten. Leider habe die Gemeinde in den beiden kommenden Jahren nur jeweils 100 000 Euro dafür zur Verfügung, was deutlich zu wenig sei. Friedrich bedauerte im diesem Zusammenhang, genauso wie Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU), den Wegfall der Straßenausbauordnung. Vom Freistaat Bayern erhielten Kommunen lediglich 25 000 Euro, die keinen adäquaten Ausgleich darstellen.

Nagel appellierte an die Bürger, sich im Rahmen der geltenden Satzungen am Unterhalt der Straßen zu beteiligen sowie Unkraut und Gras vor ihren Grundstücken zu entfernen. Die Forderung der Grünen-Fraktion, künftig mehr Mittel für den Straßenbau bereitzustellen, wurde zur Kenntnis genommen, aber die finanzielle Situation der Gemeinde lasse hier wenig Spielraum.

Eine längere Debatte gab es abschließend über ein Bauvorhaben Am Zobelstein 33. In dem als Mischgebiet ausgewiesenen Areal plant ein Antragsteller den Neubau einer kleinen KFZ-Werkstatt mit angegliederter Wohnung. Das Vorhaben wurde von der Gemeinde in einer Bauvoranfrage bereits positiv beschieden. Im Gremium kamen aber einige problematische Punkte zur Sprache.

Bedenken von Anwohnern

Zum einen wurde die schwierige Parkplatzsituation angeführt, zum anderen gebe es Bedenken von Anwohnern bezüglich Lärm vom Gewerbe. Hier plädierten einige Räte für einen persönlichen Austausch mit den Anwohnern. Fehlende Parkplätze könnten im derzeit nicht benötigten Wendehammer der Stichstraße geschaffen werden.

Letztendlich habe die Gemeinde aber durch die bereits erteilte Bauvoranfrage wenig Möglichkeiten, sagte Hansjürgen Müller (Frei Wähler). Ein Bauherr müsse sich ja auf Absprachen verlassen können. Der Antrag wurde mit 17:2 Stimmen genehmigt.