Erst am Montag, und damit deutlich nach Stadtrat und Presse, wie er vermutet, hat Bürgermeister German Hacker (SPD) den an ihn gerichteten offenen Brief der Bürgerinitiative "Pro Aurachtalbahn" erhalten. Nichtsdestotrotz entgegnet das Stadtoberhaupt auf ein paar Passagen, die "blanker Unsinn" seien. Manches behaupte schlicht das Gegenteil der Tatsachen.

Klarer Stadtratsbeschluss

Beispiel "mangelndes Demokratieverständnis": Vor dem Stadtratsbeschluss habe es ein deutliches Urteil der Kommunalaufsicht gegeben. Und es habe eine klare Stadtratsmehrheit gegeben, die den schlüssigen Argumenten gefolgt sei. Es gehe nicht darum, dass er als Bürgermeister das Bürgerbegehren als unzulässig einstuft habe, sagt Hacker.

Hervorragender Haushalt

Beispiel Kostenmehrung: Heutzutage könne "überall und dauernd" etwas teurer werden, auch ein Kindergartenbau. Und es könne "alles an den Kosten scheitern in diesem Land", stellt Hacker fest. Dass sich angeblich Hinweise mehren, eine Stadt-Umland-Bahn (Stub) könne konkret in der Stadt Erlangen an den Kosten scheitern, sei "blanker Unsinn". Erlangen habe seit Jahren einen hevorragenden Haushalt. Schlicht das Gegenteil der Behauptung sei Fakt.

Es kann nur eines geben

Beispiel "leere Hände": Eine Reaktivierung der Schiene bis zum Bahnhof Erlangen sei definitiv nicht möglich, das gehe nur über eine Stub auf neuer Trasse. Diese werde auch als wesentlich effizienter angesehen als eine Aurachtalbahn. Gefördert werden könne vom Freistaat Bayern aber eben nur eine der beiden Alternativen. Auch diesen Vorwurf tut Hacker damit als "blanken Unsinn" ab. Im Übrigen hätten auch viele Bürgermeister aus dem Erlanger Osten die Chance einer Stub erkannt. Auch das sei ein deutliches Zeichen dafür, "dass wir richtig gehandelt haben."

Beispiel Siemens-Campus: Auch dieses Argument hält Bürgermeister Hacker für abwegig. Denn nicht mit der S-Bahn, sondern alleine mit der Stub werde man dorthin gelangen.

Bedenken werden geprüft

Generell verweist Hacker auf das Planfeststellungsverfahren. Da könnten alle Bedenken und Anmerkungen vorgebracht werden. "Das wird geprüft", sagt der Herzogenauracher Bürgermeister. Und zwar durch die Regierung von Mittelfranken, also einer absolut neutralen Stelle.