22,75 Meter Kirchweihbaum stehen seit Samstag in Greuth, dem östlichsten Stadtteil von Höchstadt. "Haben wir genau abgemessen - mit Metermaß und Schieblehre", so stolz Wolfgang Ackermann von der Kerwagemeinschaft Greuth, befragt nach der Länge des bunt geschmückten Prachtstücks.

Beim Aufstellen gab es keine Schwierigkeiten - die Männer aus Greuth machten das schließlich nicht zum ersten Mal - es ist jedes Jahr Kerwa. Und für den Sven, der sich sogar an seinem Geburtstag nicht davon abhalten ließ, den Baum mit den anderen mitzustemmen, gab es dafür einen eigenen Vers beim Liedlasingen. Musikalisch begleitet wurde das Ficht'naufstellen von der Greuther Blos'n.

Das Baumaufstellen war traditionsgemäß der Auftakt zum dreitägigen Feiern und fand wie immer unter großer Beteiligung der Ortsbewohner statt. Mit beim großen Fest war heuer auch eine elfköpfige Gruppe aus Düsseldorf - Wanderfreunde, die gerade in Willersdorf übernachteten und zufällig in der Gegend waren. "Bergkirchweih in Erlangen? Interessiert uns nicht. Es ist hier doch viel schöner als wenn wir auf ein Riesenvolksfest gingen. Wir haben im Internet nachgeschaut, wo es was Interessantes gibt und sind auf diese Kirchweih gestoßen. Gegen 11 Uhr kamen wir ins Zelt und fragten, ob wir ein Bier haben könnten. In großen Zelten kümmert sich in einem solchen Fall keiner um dich. Hier wurden wir gleich herzlich willkommen geheißen und mit dem kühlen Trunk versorgt", sagt Peter Bach, Vorsitzender der Gruppe. Sie machen einmal im Jahr einen Großausflug, und Greuth könnte nach diesem freundlichen Empfang auch durchaus wieder mal auf ihrer Liste stehen.

Gemeinschaftsgefühl ist sowieso etwas, was die Greuther Kerwagemeinschaft auszeichnet. Fast alle halfen wieder einmal mit bei der Kerwa, die Kleinen und die Großen. Die Kinder leisteten schon im Vorfeld ihren eigenen Beitrag. "Rama damma" war angesagt schon am Donnerstag, damit der Ort und seine Umgebung zur Kirchweih ein ordentliches Bild zeigen. Etliches an achtlos weggeworfenem Müll kam dabei zusammen - darunter ein paar alte Skier, die so entsorgt worden waren.

Ob das alles Abfall von uneinsichtigen Ortsbewohnern war, oder ob nicht der eine oder andere Vorbeifahrende den etwas abgelegenen Raum für seine Zwecke genutzt hat, das wusste niemand zu sagen. Den Kindern hat die Aktion jedenfalls gefallen. "Es war ganz ganz schön", so die kleine Anna, die ihre glitzernde "Helferkrone" sogar noch am Samstag mit Stolz trug. Der Sonntag nahm seinen Fortgang mit Weißwurstfrühschoppen, Festbetrieb und Kinderprogramm. Musik gab es natürlich auch - an den Kerwasabenden trifft man sich schließlich immer im Zelt. Am heutigen Montag locken noch die extra großen Greuther Salzknöchla - ein Leckerbissen, auf den die Greuther nicht verzichten wollen. Gäste sind natürlich willkommen - egal ob von nah oder fern.