Es ist ein Samstag, der sich anfühlt, als ob drei Sonntage zusammenfallen. So leer sind die Straßen, die Gehwege, die Parkplätze. Ein wenig mehr Leute, aber auch nicht viel mehr, sieht man am sonnigen Sonntag.

Man könnte fast auf die Idee kommen, die Ruhe gut zu finden, wenn da nicht der fürchterliche Anlass wäre, den man natürlich kennt. Das Virus.

Es sind die ersten Tage der in Bayern verhängten Ausgangsbeschränkungen, um die grassierende Welle des Coronavirus zu verlangsamen. Auch in Erlangen herrscht deshalb Ödnis allerorten. Fußgängerzone, Hugenotten- und Schlossplatz, die Arcaden: Flaniermeilen der sonst so quirligen Studentenstadt sind verwaist. Die Läden haben die Schotten dicht.

Polizei sieht man nur vereinzelt

Am Samstagnachmittag kreist ein Polizeihubschrauber längere Zeit über dem Stadtgebiet. Wohl zur Kontrolle, ob es Menschenansammlungen gibt, denkt man sich. Nach Auskunft der Pressestelle des Polizeipräsidiums hatte dies aber nichts mit Corona zu tun, sondern mit einem Einsatz einer Vermisstensuche. Verstärkte Polizeipräsenz ist ansonsten nicht bemerkbar, weder in Erlangen, noch im Landkreis. Einmal rollt ein Streifenwagen durch die Fußgängerzone und über den menschenleeren Schlossplatz. Erlangen ist samstags sonst rappelvoll. Viele kommen zum Einkaufen in die Hugenottenstadt. Doch seit der Einschränkung des öffentlichen Lebens ist alles anders. Der Schlossgarten: gesperrt.

Distanz auch bei sonnigem Wetter

Auch auf den leeren Großparkplätzen und dem Bahnhofsplatz zeigt sich: Die Menschen halten sich an die Ausgangsbeschränkungen, bleiben daheim. Nur wenige sind unterwegs. Ein paar Familien, einzelne Personen mit Einkaufstüten. Fahrradfahrer huschen vorbei. Ein paar wenige mit Mundschutz und Latexhandschuhen.

Einer mit Gesichtsmaske streckt sich auf einer Parkbank aus. Auf dem Schlossplatz jagen zwei kleine Kinder Tauben, die Eltern wollen heim. Sie schauen sich prüfend um, als könne man die Gefahr, das Virus, sehen. Man bekommt ein mulmiges Gefühl.

Von Menschentrauben kann keine Rede sein. Das ist eine gute Nachricht, wie wir Pandemiegeplagten mittlerweile ja wissen. Glücklich sehen die Menschen auf der Straße nicht aus. Man schaut in gestresste Gesichter.

Nur einer macht da eine Ausnahme. Er radelt - in gebührendem Abstand - am Fotografen vorbei, zwinkert und grüßt lächelnd. Wird schon werden, soll das wohl heißen. Dann ist er weg und man ist wieder allein.