Emotional wurde es am Mittwochabend in der Aischgrundhalle in Adelsdorf, als in der Gemeinderatsitzung sieben scheidende Mitglieder des Gremiums verabschiedet wurden. "Corona lässt uns keine Wahl", bedauerte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), "Wir können das nicht so machen, wie wir es gerne machen wollen, mit einer kleinen Abschiedsfeier. Wir verabschieden sieben Gemeinderäte, die sich seit Jahren, ein paar sogar seit Jahrzehnten, für die Belange unserer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt haben."

Sein großer Dank und Respekt ging an Karin Frank (CSU) für vier Jahre Einsatz, Peter Zöbelein (FW) für sechs Jahre, Peter Nagengast (BB/JB) für sieben Jahre, Ulrich Günther (CSU) für zwölf Jahre sowie Sebastian Mönius (CSU) für 18 Jahre. Paul Sänger (FW), der sich 29 Jahre um die Belange der Adelsdorfer gekümmert hat, sowie Andreas Maier (CSU) mit 36 Jahren unermüdlichem Einsatz gehören für Fischkal "zum Inventar", wie er erklärte.

"Mr. Brain" und seine Unterlagen

Paul Sänger bezeichnet er liebevoll als "Mr. Brain", der bei Nachfragen Unterlagen parat hatte von 30 Jahren. "Dazu viele Infos, die Gold wert waren", ergänzte er. Einen besonderen Dank richtet er an Andreas Maier, "Besonders gefallen hat mir die Zeit als Fraktionssprecher", so Fischkal. "Wir haben uns vor jeder Sitzung getroffen und die Punkte durchgesprochen. Deine Meinung zu den Themen war mir wichtig und ist mir weiterhin wichtig. Ich werde auch jetzt noch auf dich zukommen."

Auch Uwe Pöschl, Fraktionssprecher der CSU, fand dankbare Worte an die scheidenden Mitglieder des Gremiums, "Fünf scheiden von der CSU aus", sagte er, "das sind 77 Jahre Kompetenz." Auch er hob die Leistungen und Lebensleistungen von Maier hervor. Eine Feier soll nachgeholt werden, "sobald es die Auflagen erlauben", so Pöschl.

Günter Münch (FW) dankte den Scheidenden, die "über ein Jahrhundert für die Gemeinde tätig waren". Andreas Maier und Paul Sänger machte er mit den Worten "Ich bin zwar größer als ihr, habe aber dennoch zu euch hochgeschaut" das wohl größte Kompliment.

Sabina König (Grüne) lobte die Erfahrung, die die scheidenden Mitglieder des Gremiums eingebracht haben. "Das wird mir fehlen von den alten Hasen, den Urgesteinen", sagte sie. Besonders habe ihr die Menschlichkeit und parteiübergreifende Zusammenarbeit gefallen, verriet König.

Als letzte Rednerin des Abends meldete sich die Jutta Köhler (FW) zu Wort, "Das ist meine letzte Sitzung als Zweite Bürgermeisterin", erklärt sie. Sie sei zwar gebeten worden, den Posten erneut zu übernehmen, habe sich aber dagegen entschieden. "Der Entschluss, zu gehen, fühlt sich für mich richtig an. Das waren zwölf tolle Jahre", sagte sie und dankte Bürgermeister Karsten Fischkal und der Fraktion für das respektvolle Miteinander.

Exemplarisch für alle anderen überreichte Fischkal dann eine Urkunde und ein kleines Präsent, begleitet von den besten Wünschen, an Andreas Maier. Zuvor haben sie beide eine Mundschutzmaske angelegt, weil Corona dies erforderlich macht. Mit einem "Bleiben Sie gesund" beschloss er den Abend.