"Wir haben es nur schweren Herzens hergegeben", sagte Wolfgang Glotz. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Höchstadt sprach vom Löschfahrzeug LF 16, das im Ringtausch für das neue Einsatzfahrzeug der Höchstadter Wehr jetzt der Ortsteilfeuerwehr Zentbechhofen zur Verfügung steht. Zur offiziellen Fahrzeugübergabe trafen im Feuerwehrhaus Zentbechhofen Höchstadts oberster Feuerwehrmann Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und fünf Kameraden der Höchstadter Führungsmannschaft mit ihren Kollegen aus dem östlichen Ortsteil zusammen.
Zentbechhofens Kommandant Helmut Schmuck wollte nach eigenen Worten eigentlich ein kleineres Fahrzeug, eventuell ein LF 10/16, als Ersatzbeschaffung für das alte LF 8 seiner Wehr. Wie Bürgermeister Brehm berichtete, hat auch die Stadt zunächst an eine Neuanschaffung gedacht. Dann aber kam der Vorschlag, die Zentbechhofener Wehr könne das LF 16 aus Höchstadt übernehmen. Was nach Brehms Worten weit mehr im Sinne des Steuerzahlers ist als die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos. Das hätten schließlich alle Beteiligten eingesehen. Nur eine Bedingung knüpfte die Stadt an die Übergabe: Es mussten ausreichend Feuerwehrleute vorhanden sein, die das große Fahrzeug auch lenken dürfen.
Wie Kommandant Schmuck berichtete, hätten daraufhin acht Aktive die dafür nötige CE-Fahrerlaubnis erworben. Schmuck selbst hatte den Lkw-Führerschein bereits in seiner Bundeswehrzeit gemacht.
"Es lässt sich einwandfrei fahren", freute sich der Kommandant nach ersten Testfahrten.

Für 20 000 Euro überholt


Das Löschfahrzeug vom Baujahr 1989 wurde für knapp 20 000 Euro in Würzburg überholt und ist jetzt fast wie neu und mit allem ausgestattet, was dazu gehört: Geräte für technische Hilfeleistung und Atemschutz, Schere und Spreizer.
"Ganz wichtig war für uns, dass das Fahrzeug einen Wassertank hat", sagt Feuerwehrvorsitzender Holger Breitenbach. Denn einmal, als die Wehr zu einem Straßengrabenbrand ausrückte, musste das Löschwasser mit Gießkannen herangeschafft werden. Jetzt hat die Einsatztruppe 1200 Liter für Erstmaßnahmen immer dabei. Außerdem findet in dem Fahrzeug eine neunköpfige Besatzung Platz.
45 Aktive stehen der Feuerwehr Zentbechhofen zur Verfügung. Weitere 30 stellt die Feuerwehr Förtschwind/Greuth. Sie decken das östliche Stadtgebiet bis Jungenhofen, Greuth und bis an die Landkreisgrenze ab. Die geografische Entfernung der Ortsteile zur Stützpunktwehr in Höchstadt ist für Brehm ein wichtiger Grund, auch die "Außenposten" seiner insgesamt neun Wehren hervorragend auszurüsten. Im Ernstfall beanspruche es 15 Minuten, um von Höchstadt nach Zentbechhofen zu kommen, nach Jungenhofen noch länger, sagte Rudolf Löhnert, der stellvertretende Höchstadter Kommandant.
Um ihre beiden Fahrzeuge unterzubringen - die Zentbechhofener Wehr besitzt auch noch einen Mannschaftsbus - hat die Feuerwehr das Gerätehaus durch einen Anbau erweitert. Im nächsten Jahr wird vom 30. Mai bis 1. Juni 110-jähriges Bestehen gefeiert und Anbau samt Feuerwehrauto eingeweiht.