Es war doch einiges an Gegenwind, was Karsten Fischkal (FW) in den letzten Wochen wegen der geplanten Auflassung des Schulsportplatzes in Adelsdorf zu spüren bekam. Das Adelsdorfer Sportabzeichenteam sprach sich in einem offenen Brief an die Fraktionssprecher gegen das Vorhaben aus. Genauso wie SPD-Gemeinderat Jörg Bubel, der sich in einer öffentlichen Stellungnahme zu Wort meldete. Und Willi Wahl, Trainer, Bildungsreferent im BLSV-Kreisreferent und Vizepräsident im Bayerischen Leichtahtletik-Verband kündigte sogar ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Sportplatzes an.

Das wollte Fischkal nicht länger unkommentiert lassen. Gemeinsam mit Rosi Wagner, Konrektorin der Grund- und Mittelschule, sowie der Zweiten Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD) und Fraktionssprecher Günter Münch (FW) nahm er gestern Nachmittag dazu Stellung.

Seit Dezember vergangenen Jahres ist das Schulsportgelände aufgrund einer Gutachterempfehlung gesperrt. Mittlerweile ist durch den Kommunalen Unfallversicherer Bayern bereits untersagt, den Sportplatz zu benutzen - es besteht kein Versicherungsschutz mehr. Seitens der Schulleitung ist das kein wirklicher Verlust: "Wir wollen natürlich, dass sich unsere Kinder bewegen, aber das hängt nicht von diesem Sportplatz ab. Wir brauchen und nutzen ihn nicht", betont Rosi Wagner. Für den Schulsport und das Sportabzeichen werden die beiden Sportplätze des DJK Adelsdorf und die Halle genutzt. Eine Sanierung des Sportplatzes würde Wagner zufolge zu viel kosten und angesichts des bemerkbaren Mittelschulsterbens nichts mehr bringen: "Wir haben im nächsten Schuljahr nicht einmal mehr eine Sportgruppe", sagt sie.

Lösung gemeinsam finden

Auch wenn man mit ehemaligen Schülern spreche, würde man erfahren, dass der Sportplatz seit vielen Jahrzehnten nicht genutzt wurde. Günter Münch zeigt auf den Boden der Laufbahn: "Das hier ist kein Verschleiß. Der Sportplatz ist kaputt gegangen, weil er nicht genutzt wird." Und genau das sei für Fischkal auch die Antwort auf die Frage, warum der Platz seit Jahren nicht gepflegt wird. "Herr Bubel ist seit vielen Jahren Mitglied im Gemeinderat. Warum hat er in der Vergangenheit zugeschaut, wie das Sportgelände verfällt und nichts dagegen unternommen?", nimmt er Position zu dessen Einwand in der Zeitung. Auch glaube er nicht, dass mit dem neuen Baugebiet "Reuthsee" so viele Schüler zuziehen, um eine Renaissance der Mittelschule zu erleben.

Mit Rosi Wagner und der Lehrerschaft sei man sich deshalb vielmehr darin einig, die notwendigen Sportanlagen auf das große Schulgelände direkt am Pausenhof und der Wurf- und Sprunganlage zu bauen. Auch eine Kugelstoßbahn ist dort bereits vorhanden. "Eine 100-Meter-Tartanbahn können wir dort problemlos hinbauen", erklärt Fischkal.

Willi Wahl und Petra Ruff habe er bereits im Dezember vergangenen Jahres in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass die Anlage nicht weiter genutzt werden darf. Mehrfach habe er angeboten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, so dass das Sportabzeichen in Adelsdorf weiter abgenommen werden kann. Auch heute sei er nach wie vor gesprächsbereit. "Dass es auch ohne eine 400-Meter-Tartanbahn geht, zeigen Gremsdorf und Hemhofen. Dort wird seit vielen Jahren ebenfalls das Sportabzeichen abgenommen", erzählt Fischkal. Dass der Sportplatz von Vereinen genutzt wird, wie Wahl in seiner Stellungnahme schreibt, kann der Bürgermeister nicht bestätigen: "Er wird von keinem Sportverein genutzt. Von einer breiten Sportnutzung durch Dritte kann daher keine Rede sein."

Absage für Großveranstaltungen

Das Gelände für Großveranstaltungen zu nutzen, wie Petra und Harald Ruff sowie Claudia und Michael Thomas in ihrem offenen Brief vorschlagen, hält der Bürgermeister für absolut ungeeignet: "In unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung - da ist der Ärger vorprogrammiert."

Letztendlich könne es sich die Gemeinde auch schlichtweg nicht leisten, das Sportgelände zu sanieren. Eine Neuanlage der 400-Meter-Tartanbahn würde laut dem Bayerischen Landessportverband 320 000 Euro kosten. Die Sanierung des Sportplatzes würde mit rund 80 000 Euro zu Buche schlagen. Das Gelände müsste mit mehr als 100 000 Euro saniert werden. Es gebe weder Zuschüsse vom Staat noch vom Sportverband. Im Rahmen des Konjunkturpakets II wurden bereits 800 000 Euro ins Schulschwimmbad investiert. Gut 300 000 Euro kommen für die Sanierung der Filteranlagen noch dazu. Die Aischgrundhalle koste laut Fischkal täglich 1000 Euro.

Kosten, die er mit der Umwandlung des Sportplatzes in Bauland stemmen möchte. "Das Landratsamt hat uns signalisiert, dass wir hier auf dem Sportgelände Bauland generieren können", so Fischkal. Mit dem Geld könnten die notwendigen Schulsportanlagen direkt an der Schule erstellt, das Schwimmbad saniert und der weitere Ausbau der Krippen- und Kindergartenbetreuung vorgenommen werden. "Das Baugebiet am Reuthsee ist dabei keine Konkurrenz, weil das eine ganz andere Lage hat", findet Jutta Köhler. Bei der Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch soll nun ein Grundsatzbeschluss gefasst werden.