Er weiß, wie es sich anfühlt, im Schlamm eines Aischgründer Karpfenteichs zu stehen mit einem K3 in der Hand. Bayerns neuer Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kennt in der Region natürlich nicht nur den Aischgrund. Ob als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, für Umwelt, Gesundheit, Heimat und Finanzen, Söder war wohl der Vertreter aus der Bayerischen Staatsregierung, der im Landkreis Erlangen-Höchstadt in den vergangenen Jahren am häufigsten zu sehen war.

Ob sich das für den Landkreis positiv auswirkt, wenn der Nürnberger jetzt an die Spitze des Freistaats wechselt? Immerhin gibt es eine ganze Reihe von Bürgern, die den Minister Söder als Macher kennengelernt haben.

Einer von ihnen ist der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Aischgrund, Walter Jakob. Er erinnert sich noch an die "legendäre Versammlung" der Teichgenossenschaft im März 2009 im Höchstadter Weberskeller. Eine Veranstaltung, über die die Teichgenossen laut Jakob erst jüngst wieder diskutierten.

Thema war die Kormoran-Plage, mit der Teichwirte und Angler den damaligen Umweltminister direkt konfrontierten. "Söder kam damals mit einer vorgefertigten Meinung seines Artenschutzreferenten nach Höchstadt", sagt Jakob. Dann habe sich der Minister aber von den Teichwirten eines Besseren belehren lassen, ihre Probleme ernst genommen und die Haltung des Artenschutzreferenten über den Haufen geworfen. Kraft seines Ministeramtes habe Söder durchgesetzt, dass schon zwei Wochen später im Aischgrund Kormorane zu bestimmten Zeiten abgeschossen werden durften. Heute sei das Abschießen der gefräßigen Fischräuber selbstverständlich.

Jakob ist überzeugt vom neuen Ministerpräsidenten. Und das habe nichts damit zu tun, dass der hauptberufliche Teichwirt auch Mitglied der CSU ist. "Ich kenne Söder schon lange", sagt Jakob, "früher erschien er eher unnahbar, aber jetzt hat er das Ohr an der Bevölkerung. Man kann ihn jederzeit anrufen."

Als Söder neuer Generalsekretär der CSU wurde, besuchte er 2004 auch schon seine Parteifreunde im Kreis Erlangen-Höchstadt, unter ihnen auch den erst 28-jährigen Bundestagsabgeordneten Stefan Müller. Die beiden aufstrebenden Politiker kannten sich dabei schon länger aus gemeinsamen Zeiten in der Jungen Union.

Der neue Ministerpräsident ließ sich regelmäßig im Landkreis sehen. Ob zum Start von kostenlosem Wlan in öffentlichen Bussen, zum Ortsjubiläum in Mühlhausen, zum Wirtshausgespräch im Weisendorfer Ortsteil Buch oder im September 2017 zum Wahlkampffinale in der Höchstadter Aischtalhalle.