Wie wird der Weihnachtsmann in Finnland genannt? Oder was ist eine Saftruhe? Die Fragen, die sich Bea Wirth ausgedacht hatte, hatten es in sich. Als Pächterin des Ratskellers veranstaltet sie seit fast zehn Jahren einmal im Monat das schon legendäre Kneipenquiz.

Dienstagabend mischte sich jedoch Wehmut unter die ausgelassene Stimmung. Es war das letzte Mal, dass hier geraten und gerätselt wurde. Wegen der Umbaumaßnahmen am Rathaus muss leider auch der Ratskeller den Betrieb einstellen.

Von neun auf 18 Teams

Jeder hier wird das Kneipenquiz vermissen. Die meisten Teams kommen seit Jahren. Anfangs rätselten neun Teams mit, mittlerweile sind es 18. Norbert Stoll vom Team "Stollwerk" war von Beginn an dabei und bedauert die Schließung des Ratskellers. Dass eine Kneipe so voll ist, sei ja eher selten in Herzogenaurach, von Events wie dem Kneipenfestival einmal abgesehen.

"Es hat einfach Spaß gemacht", blickt Stoll zurück. Vor allem Moderatorin Claudia Belzer habe mit ihrem Humor viel dazu beigetragen. Seine Teamkollegin Petra ergänzt augenzwinkernd: "Hier ist ja niemand nur wegen dem Wilthi da!" Der Schnaps winkt als Preis für einen Rundensieg und war schon deshalb immer ein begehrtes Getränk unter den Teams.

Gleich zu Beginn überrascht Bea Wirth diesmal mit einer Premiere. Da Moderatorin Claudia Belzer sich seit Jahren wünsche, einmal selbst mitquizzen zu können, springt Belzers Ehemann Jochen Heinzel als Moderator ein. Nach der ersten Runde gibt sie sich allerdings bereits geschlagen: "Ich hab von den zehn Fragen nur eine gewusst - wir tauschen wieder!" Die Teams freuen sich und applaudieren erleichtert.

Zehn Jahre ausgebucht

Belzer führt mit Witz und Charme durch den Abend. Nie hätte sie gedacht, dass das Kneipenquiz zehn Jahre so gut geht. "Ich dachte mir, ich mach das, bis die Leute keine Lust mehr haben", erinnert sie sich. Aber der Punkt sei nie gekommen. Jedes Jahr war wieder ausgebucht. Zu Anfangszeiten wurde sie sogar auf der Straße angesprochen, ob sie nicht den einen oder anderen reinmogeln könne.

"Schön wär es schon, wenn es weitergehen würde", hört man auch von Team "CSI Haddendorf", das an diesem Abend den Tagessieg ergattert. Trotz Abschiedsschmerz gibt es beim letzten Quizabend viel Gelächter und Gaudi. Matthias Frerichs von "Hobbetz" überrascht mit einer spontanen Gesangseinlage eines Heino-Klassikers, zu der Belzer ihn neckend anstachelte. Er wurde dafür mit dem Applaus der beeindruckten Quizzer belohnt.

Unterschriftenaktion war vergebens

Wie sehr allen Teams das Kneipenquiz fehlen wird, hat sich im vergangenen Sommer gezeigt. Mit einer Unterschriftenaktion versuchten die Teilnehmer, das Quiz zu retten. Sie baten die Stadt, die Schließung des Ratskellers zu überdenken. Aus mehreren technischen Gründen sei der Betrieb während der Bauarbeiten nicht möglich, bedauerte jedoch Bürgermeister German Hacker in seinem Antwortschreiben.

So wird diesmal neben dem Raten auch Abschied genommen. Claudia Belzer tröstet am Ende des Abends: "Warten wir mal ab, was die Bea wieder für Schabernack ausheckt ..." Wirth selbst verspricht, dass man bestimmt wieder von ihr hören wird. Und Besucher des Kneipenquiz' wissen längst: "Die Bea hat immer Recht!"