Es ist wohl ein historisches Ereignis, das sich gestern am Impfzentrum in der Erlanger Sedanstraße abspielte. Pünktlich um 8 Uhr in der Früh ging es los: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde verteilt. Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Landrat Alexander Tritthart (CSU) waren persönlich vor Ort und verabschiedeten die ersten Teams.

Die Fahrzeuge des Arbeiter-Samariter-Bundes sind mit entsprechender Kühltechnik ausgestattet, um den Impfstoff zu transportieren. Das Vitanas-Seniorenzentrum in Höchstadt war eine der ersten Adressen.

Leiterin Johanna Auerbeck fällt ein Stein vom Herzen, als der erste Impftermin vorbei ist. "Es hat wunderbar geklappt", sagt sie. "Ich bin total froh." Medizinische Fachkräfte haben die Impfung durchgeführt. Schon kurz nach 8 Uhr war der Trupp im Höchstadter Seniorenzentrum angekommen. 30 Personen wurden geimpft. Im Vorfeld hatte Auerbeck das Seniorenheim angemeldet.

Weitere Termine stehen schon fest

"Eine Auswahl war heute nicht nötig", sagt sie. Denn vor dem Jahreswechsel würden alle im Seniorenheim geimpft, die das möchten - Bewohner wie auch Personal. Weitere Termine sind schon anberaumt für 29. und 31. Dezember. Das BRK-Alten- und Pflegeheim in Etzelskirchen war gestern noch nicht an der Reihe.

Johanna Auerbeck vom Vitanas-Seniorenzentrum erläutert, dass ihr Heim alle Betreuer der Senioren angeschrieben hat und dass alle über die Impfung aufgeklärt wurden. Eine bettlägrige Person habe die Impfung in ihrem Zimmer erhalten, die anderen seien ins Café gekommen oder von Pflegekräften gebracht worden, sagt sie. Die Leiterin selbst hat sich auch impfen lassen. "Ich habe gar nichts gespürt", sagt sie.

Ähnlich erging es Dr. Martin Grauer, Chefarzt am Höchstadter St.-Anna-Krankenhaus. Auch er hat sich impfen lassen, insgesamt 26 Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses. "Wir haben nur fünf Fläschchen Impfstoff bekommen - das reicht für maximal 30 Leute", sagt Grauer. Weitere Termine werden bald folgen, denn noch sind nicht alle Mitarbeiter geimpft, die das gerne möchten.

15 Minuten überwacht

Personal, das auf der Intensivstation und auf der Isolierstation arbeitet, war am Sonntag mit dabei. Alle Geimpften seien 15 Minuten überwacht worden, Ärzte wie Schwestern. Zu Komplikationen sei es nicht gekommen. Dennoch geht Grauer davon aus, dass noch Nebenwirkungen auftreten werden. Kopfweh möglicherweise, oder auch Fieber.

Fünf Corona-Fälle

Derzeit liegen fünf Covid-19- Infizierte im Höchstadter Krankenhaus. Drei von ihnen seien richtig schwer krank, sagt der Chefarzt. Auf die Frage, ob es Sinn macht, die Erkrankten jetzt zu impfen, erklärt Grauer: "Das macht keinen Sinn." Auch Personal, das bereits mit Covid-19 infiziert war, werde nicht geimpft.

Über Antikörpertests könne man erkennen, ob die Impfung erfolgreich war. Allerdings müsse noch die Frage geklärt werden, wer diese Tests bezahlt. Die zweite Impfung werde zwischen dem 17. und 22. Tag nach der ersten verabreicht.

Martin Grauer ist froh, dass der erste Impftermin so gut geklappt hat. Beim Personal des Krankenhauses gebe es auch Mitarbeiter, die definitiv keine Impfung möchten. "Und das akzeptieren wir auch." Aber es reiche, wenn 50 bis 60 Prozent geimpft seien.

Feuerwehr hat Impfstoff verteilt

Die Erlanger Feuerwehr hatte bereits am Zweiten Weihnachtsfeiertag Impfdosen in Erlangen verteilt: an die Uniklinik, das Bezirkskrankenhaus und das Waldkrankenhaus.

Am Montag ist die Fachklinik in Herzogenaurach mit dem Impfen dran.

Die Safe-Vac-App

Dr. Martin Grauer, der Chefarzt des Höchstadter Kreiskrankenhauses St. Anna, weist auf die Safe-Vac-App hin, die vom Paul-Ehrlich-Institut entwickelt wurde. Mit dieser App werden alle möglichen Nebenwirkungen erfasst, die nach einer Impfung auftreten - sofern sie natürlich von den Geimpften eingetragen werden. Man kann die App bei Google herunterladen und muss dann ein paar persönliche Angaben wie Größe und Gewicht machen.

Bei dieser App können nur Personen Nebenwirkungen erfassen, die auch tatsächlich geimpft wurden, erläutert der Chefarzt. Denn man muss die Chargennummer der Impfung mit angeben. "Die haben wir unseren Leuten in den Impfausweis geschrieben", sagt Grauer.