• Erlangen/Neustadt: Gastronom sperrt "Burgerhain"-Filiale zu 
  • "Suche seit einem Jahr": Personalmangel nicht mehr auszugleichen
  • Beide bestehenden Läden liefen gut - "am Wochenende immer voll"
  •  "Es gibt zwei Optionen": So könnte es mit dem Burger-Restaurant weitergehen

Der Personalmangel in der Gastronomie macht auch fränkischen Wirten und Wirtinnen immer mehr Probleme. Nun hat es die beliebte "Burgerhain"-Filiale in Neustadt an der Aisch getroffen. Wie Inhaber Amilcar Saraiva gegenüber inFranken.de bestätigt, ist das Restaurant derzeit komplett geschlossen. Nachdem das Konzept gut aufgegangen war, hatte Saraiva im Mai 2022 auch eine zweite Filiale in Erlangen eröffnet - und sogar über eine weitere Expansion nachgedacht. Doch jetzt sieht alles ganz anders aus. 

"Bekommt mir gesundheitlich nicht": "Burgerhain"-Chef wegen Personalmangel am Limit

"Ich habe in Neustadt einfach keine Mitarbeiter", erzählt er inFranken.de . Begonnen habe er 2020 mit vier Beschäftigten, davon drei Studierende, die nebenbei in seinem Lokal jobbten. "Doch nun müssen zwei zum Studium in eine andere Stadt ziehen und ein anderer Mitarbeiter hat keine Zeit mehr, um hier zu arbeiten." Eine Situation, die ihn stark treffe.

"Ich fahre jeden Tag zwischen Neustadt und Erlangen hin und her. In Neustadt habe ich nur einen Koch, arbeite an sieben Tagen die Woche. Ich bin jetzt über 40 Jahre alt und merke, dass der Stress mir gesundheitlich nicht bekommt", sagt Saraiva. Dass er zugesperrt habe, liege nicht am Umsatz. "Wir sind jedes Wochenende voll in Neustadt, es läuft wirklich gut, wir machen langsam Geld und bekommen gutes Feedback." 

Doch sei er bereits seit einem Jahr auf Personalsuche für die Filiale. "In Erlangen haben wir das Problem nicht. Dort ist alles größer, es gibt viele Studenten, wir haben acht Mitarbeiter." Auch das Geschäft laufe dort "super", sagt er. Mittlerweile wohne er auch selbst in der Hugenottenstadt. 

Burger-Filiale in Neustadt geschlossen - Wirt will sich auf Restaurant in Erlangen konzentrieren

Für Neustadt gibt es aus seiner Sicht "nur zwei Optionen", so der Gastronom. "Option 1 ist, dass ich meinen Vertrag an Pächter oder auch an eine Familie gebe, die das Konzept so weiterführen, also quasi Franchising. Option 2 ist die Schließung und komplette Abgabe. Aber Nummer 2 ist wirklich nur im schlimmsten Fall", betont er. Aktuell habe er beschlossen, das Restaurant vorerst bis Ende August zuzusperren. "Was soll ich machen?"

Derweil versuche er auch, "ein neues Team zu finden, aber eigentlich habe ich gar keine Zeit dafür". Und die laufe ihm auch noch weg, weil mit Miete und Strom "alles nicht so einfach" sei. Wenn sich bis Ende des Monats keine Lösung finde, verlängere er die Zwangspause, die er dem Laden habe auferlegen müssen. Vorerst konzentriere man sich jetzt auf Erlangen

Insgesamt liegt die Miete des komplett eingerichteten "Burgerhain" in Neustadt bei 1600 Euro, wie aus einer Anzeige Saraivas hervorgeht. Das Lokal verfügt demnach über 42 Innen- und 50 Außenplätze. Für viele Stammgäste wäre eine dauerhafte Schließung sicherlich ein Schock. Denn Saraiva hat in der Gastro-Szene der fränkischen Stadt für mächtig Wirbel gesorgt. Auch bei Google lobt die Kundschaft seine Kreationen. "Es ist für jedermann etwas dabei. Ob Wildburger aus der Region oder normale Rindburger vom örtlichen Metzger", schreibt ein Nutzer unter vielen. Die durchschnittliche Bewertung hier: 4,8 Sterne. 

Auch spannend: Erlangen sperrt beliebten Grillplatz für Öffentlichkeit - und warnt eindringlich