Im Namen des Freistaats Bayern würdigte Landrat Alexander Tritthart das „ganz besondere Ehrenamt“ der Feldgeschworenen im Multifunktionsraum des Erlanger Landratsamts. Auf die „wichtigen Bindeglieder zwischen Tradition und Moderne“ wollen Kommunen und Ämter auch künftig nicht verzichten.

Wie das Landratsamt Erlangen-Höchstadt berichtet, wurden 2020 neun Feldgeschworene des Landkreises Erlangen-Höchstadt und 2021 zwölf Feldgeschworene des Landkreises in dankbarer Anerkennung und Würdigung ihres langjährigen verdienstvollen Wirkens vom Bayerischen Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker mit der Ehrenurkunde für Feldgeschworene des Freistaates Bayern ausgezeichnet.

Landrat Alexander Tritthart betonte in seiner Laudatio das wichtige Engagement der Feldgeschworenen für den Landkreis „in einem der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung.“

Auszeichnungen 2020

Für 50-jähriges Wirken erhielt Friedrich Kalb (Eckental-Eckenhaid) eine Ehrenurkunde. Seit über 40 Jahren sind Albrecht Zwanzger (Adelsdorf), Heribert Hahn und Helmut Seeberger (beide aus Gremsdorf-Buch) Feldgeschworene. Georg Sperber (Eckental-Fronhof), Michael Hertlein, Gerhard Schmidt und Johann Stark (alle Höchstadt a.d. Aisch-Biengarten) und Siegfried Lindner (Wachenroth) wurden für ihr 25-jähriges Engagement ausgezeichnet.

Auszeichnungen 2021

Für ihr 40-jähriges Wirken erhielten Johann Batz (Herzogenaurach-Niederndorf), Rüdiger Oehl (Herzogenaurach-Beutelsdorf), Hans Erbel (Lonnerstadt-Mailach), Heinrich Lorz, (Röttenbach) und Erich Lösch (Vestenbergsgreuth-Kleinweisach) eine Ehrenurkunde. Herbert Gebhard (Eckental-Herpersdorf), Erich Seeberger (Großenseebach), Johann Dreßel und Adam Schaub (beide Heßdorf-Hesselberg), Johannn Ruß und Helmut Schmuck (beide Höchstadt a. d. Aisch-Zentbechhofen) sowie Karl Pfeiffer (Lonnerstadt-Mailach) wurden für ihr 25-jähriges Engagement ausgezeichnet.

Die Aushändigung der Ehrenurkunden an die Feldgeschworenen, die nicht an der Feierstunde teilnehmen konnten, erfolgt über den jeweiligen Bürgermeister oder die jeweilige Bürgermeisterin vor Ort.

„Wächter der Grenzen“

Feldgeschworene, auch "Siebener" genannt, kümmern sich als Mittler zwischen Vermessungsverwaltung und Grundstückseigentümern um Grundstücksgrenzen und Grenzsteine. Übten früher sieben Männer eines Ortes dieses Amt aus, sind es heute mindestens vier. Das kommunale Ehrenamt auf Lebenszeit bedarf ausgezeichneter Ortskenntnisse, Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl.

Da Grenzsteine nach wie vor von Hand gesetzt werden, setzen Gemeinden stets großes Vertrauen in ihre „Wächter der Grenzen“. Dank und Glückwünsche übermittelten auch Vermessungsamtsrat Torsten Mischau vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Erlangen sowie Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter stellvertretend für die Bürgermeisterin und Bürgermeister der Gemeinden der Geehrten.  Musikalisch umrahmte das Duo Jutta Wachs-Müller (Saxophon) und Andreas Engel (E-Piano) die Ehrung.

Feldgeschworene bekleiden eines der ältesten Ämter der kommunalen Selbstverwaltung

Ihre Ursprünge reichen ins 13. Jahrhundert zurück. Bräuche wie das „Siebenergeheimnis“ haben sich bewahrt. Noch heute verstecken Feldgeschworene Zeichen aus Keramik, Glas, Porzellan oder Metall unter Grenzsteinen. Die geheimen Daten unterscheiden sich von Kommune zu Kommune. Ihre Bedeutung geben Feldgeschworene mündlich an die Nachfolger weiter.