Die Abrissbagger leisten ganze Arbeit. Von dem ehemaligen "Westbad" in Erlangen ragt nur noch der markante Sprungturm zehn Meter in die Höhe. "Jetzt im Sommer fangen wir mit den eigentlichen Erd- und Rohbauarbeiten an", sagt Jörg Hutterer von den Stadtwerken und zeigt auf das großzügige Gelände im Stadtteil Alterlangen. "Wir freuen uns in Erlangen, dass wir ein neues Hallenbad und gleichzeitig ein frisch renoviertes Freibad bekommen", sagt Hutterer. "Woanders werden die Bäder geschlossen, in Erlangen werden neue Bäder gebaut", erklärt er stolz. Sogar der Sprungturm falle nicht dem Sparzwang zum Opfer.
In Erlangen sind die Stadtwerke fast immer mit dabei, wenn es um Investitionen in die städtische Bäderlandschaft geht. Die hundertprozentige Tochter der Stadt betreibt auch das legendäre Schwimmbad im "Frankenhof" in der Innenstadt, in dem viele Erlanger in den vergangenen 50 Jahren das Schwimmen gelernt haben.
Die Zukunft dieses in die Jahre gekommenen Schwimmbads sei derzeit mehr als ungewiss, sagt Hutterer. Deshalb hätten sich die Stadtwerke entschlossen, nicht nur das Freibad West auf Vordermann zu bringen, sondern gleichzeitig auch ein neues Hallenbad insbesondere für die zahlreichen Schulen zu bauen. Insgesamt kosten die beiden Bauprojekte rund 20 Millionen Euro.
Wirtschaftliche Ziele verfolgen die Stadtwerke Erlangen mit dem Bädergeschäft freilich nicht, gibt Hutterer unumwunden zu. Auch für die Stadtwerke sind Bäder ein Draufzahlgeschäft. "Wir haben uns nicht aus wirtschaftlichen Gründen überlegt, die Bäder zu bauen. Der Stadtrat hat entschieden, dass wir diese Aufgabe übernehmen sollen", sagt Hutterer, der sich bei den Stadtwerken um den Betrieb der Bäder kümmert.
Seit 2008 kümmern sich die Stadtwerke komplett um den Betrieb der Erlanger Bäderlandschaft. Das scheint das Erfolgsrezept in Erlangen zu sein. Freilich müssen auch die Erlanger mitspielen und weiterhin Wasser, Strom und Gas von den Stadtwerken beziehen. So könnte sich erfolgreich ein Kreis schließen. Die Stadt hat neue Bäder, ohne den Stadthaushalt mit den kostspieligen Freizeit- und Sporteinrichtungen zu belasten. Das neue Hallenbad und das renovierte Freibad im Stadtwesten sollen im Jahr 2017 eröffnet werden.