Der höchstdotierte deutsche Philosophiepreis geht an den Professor Erasmus Mayr von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.
Erasmus Mayr erhält höchstdotierten deutschen Philosophiepreis Der Deutsche Preis für Philosophie und Sozialethik ist mit 100.000 Euro dotiert Prof. Dr. Erasmus Mayr, Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), erhält den Deutschen Preis für Philosophie und Sozialethik 2021 für seine herausragenden Arbeiten zur praktischen Philosophie. Das berichtet die Uni in einer Pressemitteilung.
So widmet er sich beispielsweise der Frage, wie es in der natürlichen Welt Platz für wirkliches Handeln geben kann, wenn alle Geschehnisse in der Natur durch frühere Ereignisse nach Naturgesetzen verursacht werden. Diese Spannung zwischen unserem Selbstverständnis als aktiv Handelnde und dem für die Neuzeit und Moderne prägenden Bild der Natur versucht er in seiner international beachteten Monographie „Understanding Human Agency“ (Oxford University Press 2011) aufzulösen.
Außerdem wird Mayr für seine präzise argumentierenden Aufsätze zur Ethik und zur Rechtsphilosophie gewürdigt. Den Preis verleiht die Hamburger Max Uwe Redler Stiftung; er ist die höchstdotierte Auszeichnung im deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der Philosophie. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank hat den Preis am 11. November im Rathaus der Hansestadt überreicht.
„Erasmus Mayrs Arbeiten zur praktischen Philosophie zeichnen sich durch eine seltene Kombination von Präzision, Umsicht und Originalität aus“, begründet die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider, Vorsitzender der Max Uwe Redler Stiftung, ihre Entscheidung. Die Theorie, die Mayr in Understanding Human Agency entwickelt, zeige nicht nur, wie Handlungen einen Platz in der physischen Welt haben.
Sie nehme auch die zentrale Rolle ernst, die Absichten und Gründe für das Verständnis menschlichen Handelns spielen, und zeige, wie diese Rolle damit vereinbar ist, dass Handlungen zugleich Ausdruck menschlicher Aktivität und natürliche Phänomene sind. „An der Arbeit beeindrucken ihre synthetische Kraft, der entschlossene Problemzugriff, die Originalität der Gedankenführung und nicht zuletzt ihre historische Tiefenschärfe“, heißt es in der Begründung.
Das Buch dokumentiere souveräne Kenntnis der kausalitäts- und handlungstheoretischen Konzeptionen von Aristoteles, Locke, Hume und Wittgenstein. Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler gratuliert: „Ich beglückwünsche Professor Mayr aufs Herzlichste zu dieser außergewöhnlichen Auszeichnung.
Die Ehrung mit dem Deutschen Preis für Philosophie und Sozialethik weist ihn als einen herausragenden philosophischen Denker aus, der sich bereits in vergleichsweise jungen Jahren ein ausgezeichnetes Renommee erarbeitet hat. Er widmet sich mit intellektuellem Scharfsinn und Weitsicht Fragen von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung und ist damit ein Paradebeispiel für die Verantwortung und Wichtigkeit, die den Geisteswissenschaften bei der Gestaltung einer lebenswerten Gesellschaft zukommt. Dass ein solch herausragender Intellektueller mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an einer staatlichen bayerischen Universität lehrt, freut mich als Wissenschaftsminister natürlich sehr.“