• Erlanger Bäckereien berichten von steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Verpackung
  • "Es ist gigantisch": "Bäckerei Pickelmann" erlebt Entwicklung schon "lange vor dem Krieg"
  • Zweite Preiserhöhung 2022 in Planung
  • So reagiert die Kundschaft

"Der Beck" und die "Bäckerei Pickelmann" aus Erlangen müssen täglich mit den enorm steigenden Kosten umgehen. Damit sind sie in Franken nicht alleine, wie das Beispiel der Herzogenauracher Bäckerei Polster von Mitte März 2022 zeigt. Mit verschiedenen Ansätzen versuchen die Bäckereien, die hohen Investitionen zu kompensieren. Eine "unumgängliche" Maßnahme dabei, wie es Marketingleiter Tobias Ballbach beschreibt: die Preiserhöhung der Backwaren. Für die "Bäckerei Pickelmann" mit vier Filialen in Erlangen und einer in Bubenreuth soll es nicht bei einem Mal in diesem Jahr bleiben.

Erlanger "Bäckerei Pickelmann" will Preise im Mai zum zweiten Mal erhöhen

Die Aussage Ursula Pickelmann-Seiferts zu den gestiegenen Kosten zeigt, wie stark ihr Betrieb davon beeinflusst wird. "Es ist gigantisch. Das Problem hatten wir aber schon lange vor dem Krieg", sagt sie gegenüber inFranken.de. Vor allem die Getreidepreise schlügen enorm zu Buche. Dabei könnten die Bäckereien jetzt noch von der vergangenen Ernte profitieren. Mit Blick auf die kommenden Monate verschärfe sich die Lage zusätzlich. Immerhin sei es ungewiss, wie viel Getreide durch die verhinderten Aussaaten und Ernten durch den Ukraine-Krieg später zur Verfügung stehen werde.

Viele Waren sind laut der Bäckerei-Chefin nicht immer verfügbar. "Wir können nicht wie früher planen, dass am nächsten Mittwoch das Getreide oder die Papierwaren wie bestellt kommen. Wir müssen inzwischen bunkern, damit wir bei einem Leerlauf genug zur Verfügung haben." Diese Methode habe sich für die Bäckerei bewährt. Noch stünde keine Reduzierung des Personals oder der Öffnungszeiten an. 

Doch es sei nötig, die Preise für die Kundschaft zu erhöhen. Je nach Produkt habe sich das Unternehmen im Januar 2022 um eine "gemäßigte" Steigerung von drei bis zehn Prozent entschieden. "Im Mai werden wir es nochmal tun", kündigt sie an. 

Mehl, Öl, Strom: "Der Beck" erlebt Kostensteigerungen von vielen Seiten

Nur wenige Kund*innen reagierten mit Unmut auf die Maßnahme und wollten "nicht hören, dass es nicht anders geht". Laut Pickelmann-Seifert zeigten sehr viele Verständnis. Auch "Der Beck" mit Standorten unter anderem in Nürnberg, Fürth, Erlangen käme nicht um neue Preisschilder herum, erklärt Ballbach auf Anfrage von inFranken.de. "Wir versuchen immer, steigende Kosten möglichst ohne direkte Preiserhöhungen abzufangen, jedoch sind sie aufgrund der aktuellen Lage bei einigen Produkten unumgänglich." 

So sei "der Preis nicht nur bei Mehl enorm gestiegen, sondern auch bei fast allen anderen Rohstoffen, die wir zur Herstellung unserer Backwaren und Imbisse benötigen. So sind zum Beispiel bei Kaffee, Milchprodukten, Hefe, Ölen, Wurst etc. enorme Kostensteigerungen zu spüren. Zusätzlich zu den Energiekosten für Strom, Gas oder Kraftstoffe sind auch die Kosten für Verpackungsmaterial (Papier oder Pappe) sehr stark gestiegen." 

Damit gehen die Bäckereien den gleichen Weg wie die großen Supermärkte, führt Pickelmann-Seifert an. "Aldi ist trotzdem noch günstiger" - das spreche vor allem Kundschaft an, die jetzt besonders aufs Geld achten müsse. "Es ist schon schwierig, parallel dazu haben wir nach wie vor den Personalmangel".