Oftmals wird dieser Satz leichtfertig ausgesprochen, doch hier trifft er definitiv zu: Ein Ära ging zu Ende. Denn für den Landkreis war die Amtszeit von Wilhelm Schmidt zweifelsohne eine Ära: 32 Jahre lang war der Haundorfer, der aus Mühlhausen stammt, nämlich Kreiskämmerer, und in Diensten des Landkreises stand der Beamte insgesamt sogar 45 Jahre lang.

Drei Landräte hat der Mann der Finanzen als Chefs erlebt, und alle waren sie zu seiner Verabschiedung am Montag ins Landratsamt gekommen: die beiden Altlandräte Franz Krug (CSU) und Eberhard Irlinger (SPD) sowie das amtierende Kreisoberhaupt Alexander Tritthart (CSU). Der ließ es sich freilich nicht nehmen, dem Kämmerer persönlich zu danken ("Wir machen das nicht für jeden Mitarbeiter"), mit dem er sich schon viele Jahre dutzt, und hervorzuheben: "Die Erfolgsstory des Landkreises ist auch deine Erfolgsstory."

So habe jeder Etat in den gut drei Jahrzehnten Schmidts Handschrift getragen, und zum Abschluss habe er einen Haushalt gefertigt, der erstmals ohne Neuverschuldung ausgekommen sei. Das sei auch Ergebnis seiner engagierten und gründlichen Arbeit und eines bewundernswerten Weitblicks, lobte Tritthart.

Kompetent und korrekt

Der Landkreischef hatte noch eine Anekdote parat. Als er 1988 im Landratsamt anfing, wurde er in seinem ersten Monat dem Kämmerer zugeteilt. Wilhelm Schmidt sei also sein erster Vorgesetzter gewesen, sagte Tritthart, der sich damals natürlich nicht habe träumen lassen, dass er ihn einst als Landrat verabschieden dürfe.

Als "Finanzchef mit hoher Kompetenz" bleibe Schmidt den Mitarbeitern des Landratsamtes in Erinnerung, sagte Lorenz Grünfelder für den Personalrat. Als pragmatisch und sehr korrekt sei er von den Kollegen beschrieben worden. Das erkannten auch seine Vorgesetzten: "Man konnte immer zu Ihnen kommen", sagte Eberhard Irlinger, der sich persönlich besonders an die gemeinsamen Besuche in München erinnerte, als es um die Schulen ging. "Das Kultusministerium ist ein Betonministerium", sagte der Altlandrat, und man habe von dort manch Ärger mit nach Hause genommen. Ein Seitenblick galt da dem CSU-Abgeordneten Walter Nussel, der das mit einem vielsagenden Lächeln quittierte.

Franz Krug war Schmidts erster Chef. Er zeigte sich in seiner kurzen Dankesrede angetan von dem Wirken des Kämmerers, der dem Landkreis außerordentlich genutzt habe: "Sie waren ein Glücksfall für uns." Der 82-jährige frühere Landkreischef erinnerte sich, als er Schmidt 1983 zum stellvertretenden Finanzwart ernannte. Da habe ihn der junge Mann mit einer Bitte beeindruckt, die Krug bis heute nicht vergaß: "Lassen Sie mich was lernen."

Wilhelm Schmidt dankte seinerseits für die große Wertschätzung, die ihm in den Glückwünschen zuteil wurde. "Ganz ganz besonders" gefreut habe er sich darüber, dass alle seine drei Chefs der vergangenen Jahrzehnte gekommen waren. "Sie haben mich beruflich gefördert und nachhaltig gestärkt", sagte er. In dieser "wunderbaren Zeit" habe er frühzeitig begriffen, dass seine beiden Tätigkeitsfelder Finanzen und Schulen zu den Schlüsselfunktionen gehörten. Und auf sein Team habe er sich hundertprozentig verlassen können, das werde er sicherlich vermissen.

Dennoch freue er sich auf den Ruhestand ("Ab morgen bin ich dann Privatier") und darauf, dass er sich und seiner Frau Irene jetzt auch im Herbst und im Winter mal eine Reise gönnen könne. Für den Ruhestand hatte Schmidt aber eine eigene Sichtweise. Er komme jetzt als neuer Mitarbeiter in ein funktionierendes Familienunternehmen, sagte er. Er bekomme jetzt erstmals eine Chefin und auch der Begriff "Haushalt machen" habe für ihn jetzt eine neue Bedeutung.