Er begreife bis heute nicht, wer zu dieser traditionellen Veranstaltung eingeladen wird und warum, sinnierte Altlandrat Eberhard Irlinger (SPD) beim Hasenessen am Buß- und Bettag. In diesem Jahr hatte Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) die Einladungen verschickt und zu einem schmackhaften Braten auf den Lauberberg geladen.

Die Liste der einzuladenden Gäste hat Brehm vom Veranstalter des letztjährigen Hasenessens übernommen. Sie macht unter den Oberhäuptern einiger ausgewählter Gemeinden rund um Höchstadt die Runde. Jedes Jahr muss das Mahl ein anderer Bürgermeister ausrichten, die Getränke übernehmen seit Jahrzehnten Vertreter der Wirtschaft. Bauunternehmer Paul Uhl und Valentin Maier vom gleichnamigen Ingenieurbüro waren am Mittwoch einmal mehr gefordert.

Die beiden können sich noch an die Ursprünge des Hasenessens erinnern. Und die gehen zurück in die Zeit, als Höchstadt noch Sitz des eigenen Landkreises war. Nach ihrem Termin beim Landrat am Schlossberg traf sich ein Teil der Bürgermeister immer noch zum Umtrunk im damaligen Brauereigasthof "Kapuzinerbräu" von Franz Gehr.

Aus diesen Treffen bildete sich der illustre Kreis fürs Hasenessen. Amtierende und ehemalige Landräte und Abgeordnete durften natürlich nicht fehlen und sind bis heute dabei, wenn in Berlin oder München nicht gerade noch wichtigere Termine anstehen.

Für Altlandrat Franz Krug (CSU) ist das jährliche Hasenessen "ein Highlight im kommunalen Bereich". Er komme "nicht nur, weil ich mir zu Hause ein Essen spare". Man habe über Jahre eine gute Zeit gehabt, blickte Krug zurück. Krugs Nachfolger Irlinger freute sich über die Einladung, habe für ihn doch der Ausstieg aus dem Amt einem Schritt von 200 auf null bedeutet.

Gastgeber Brehm hieß die Teilnehmer auf dem Lauberberg zu dem "großartigen Ereignis" willkommen, unter ihnen auch den ehemaligen CSU-Landtagsabgeordneten Christoph Maier. Der merkte nur trocken an: "Ich bin auch schon immer dabei und weiß nicht warum."

Die verzehrten Hasen hatte übrigens der Lokalmatador und Höchstadter Stadtrat Josef Beßler mit einigen Jagdgenossen in seinem Schwarzenbacher Revier geschossen.