Lang war sie, die närrische Session, und erfolgreich war sie auch. Das sagte der Vorsitzende des Karnevalsclubs Herzogenaurach (KCH) gestern Vormittag kurz nach 11.11 Uhr im Rathaus. Traditionell besuchten die Narren am Aschermittwoch den Bürgermeister, um den symbolischen Rathausschlüssel zurückzugeben.

Auf dem Weg dorthin mussten die Elferräte, das Männerballett und die Gardemädchen einen Umweg in Kauf nehmen. Denn just am gleichen Vormittag begann am Eingang zum Schlosshof der Austausch des Pflasters, was eine Sperrung mit sich bringt. Siegmund Fried vom Männerballett erinnerte an das närrische Treiben am Faschingsdienstag an gleicher Stelle und mutmaßte schon: "Hammers hi gmachd?"

"Absolute Topklasse"

Bürgermeister German Hacker hatte diesmal ein Sonderlob für die Narren parat. Das Männerballett habe ihm dieses Jahr besonders gut gefallen.
"Das war absolute Topklasse", sagte das Stadtoberhaupt und nahm den Schlüssel fürs Rathaus wieder an sich. Bis zum 11.11. darf er ihn behalten, und dann regieren wieder die Narren. Aschermittwoch ist nächstes Jahr am 18. Februar.

Engert warf einen kleinen Rückblick auf die Jubiläums-Session. Der KCH besteht in diesem Jahre seit einem halben Jahrhundert. Die Prunksitzungen in der eigenen Halle seien sehr erfolgreich gewesen, sagte er. "Nur zu lang waren sie", ergänzte er. Das müsse man im kommenden Jahr ändern. Er habe nur eine Faschingssitzung erlebt, die noch länger war - die in Hirschaid nämlich. Dorthin entsandte der KCH diesmal eine Delegation. Da gibt es aber keinen Karnevalsverein, weshalb die örtliche Vereine die Gestaltung überhmen. Das wäre doch auch eine Idee für Herzogenaurach, meinte Engert. Die städtischen Vereine mal einen bunten Abend gestalten lassen.

Ein Fosänachter spitzte rein

Auch einen kleinen Ausblick auf den Sommer gab's. Weil in diesem Jahr alles etwas später dran ist, liegt zwischen dem Altstadtfest und der Sommerkirchweih diesmal nur ein einziges Wochenende. Und das sei auch schon mit Veranstaltungen belegt.

Zur Schlüsselrückgabe fand sich ein neugieriger Gast ein: Martin Oberle aus Höchstadt. Er machte ein Wahlkampf-Spaziergang durch die Herzogenauracher Innenstadt und schaute auch im Rathaus vorbei. Natürlich hatte er auch ein ureigenes Interesse. So ist Oberle doch auch aktiver Narr bei den Höchstadter Fosänachtern.
Kein Aschermittwoch ohne Geldbeutelwaschen. Diese Tradition im Schlosshof am Schusterbrunnen beschloss den Nachklang zur diesjährigen Faschingssession in Herzogenaurach. In den Geldbeuteln fanden sich tatsächlich noch ein paar Münzen. 58 Cent lagen am Ende in der Wanne.