Lediglich vier Stadträte votierten gegen diese Variante, weil ihnen deren Ausführung zu teuer ist. Einer von ihnen war Hans Wagner (FW), der sich nicht nur vehement gegen die Zwei-Millionen-Investition aussprach, sondern auch eine namentliche Abstimmung beantragte. Diese wurde dann - im Beisein von vielen Aschbacher Bürgern - auch durchgeführt: Jedes Ratsmitglied wurde einzeln nach seiner Entscheidung befragt und dann im Protokoll namentlich festgehalten.

Zwischen 1,3 und 2,08 Millionen bewegten sich die Entwürfe, die der Kulmbacher Planer, Ingenieur Manfred Klaus, der Stadt unterbreitet hatte. Die von den Räten gewählte Variante hat eine Wasserfläche von 400 Quadratmetern, was sich natürlich im Preis bemerkbar macht. Obschon Adalbert Zink (FW) noch im März dieses Jahres erklärt hatte: "Wir brauchen keinen Mercedes, uns reicht ein Golf!"

Nun, gebaut ist das Freibad mit der Entscheidung noch lange nicht. Über die Finanzierbarkeit werde der Haushalt entscheiden, betonte Bürgermeister Georg Zipfel (FW). Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass der Bürgerentscheid nur mit einer knappen Mehrheit von 24 Stimmen zugunsten des Projekts ausgegangen ist. Damit sei die Stadt in der "Zwangssituation", bauen zu müssen. "Wenn wir aber Geld in die Hand nehmen, dann so, dass es auch einigermaßen funktioniert." Obwohl Zipfel der Meinung ist, "dass auch dann nicht ein Mensch mehr ins Schwimmbad geht". Zipfel sieht die Gefahr, dass sich die Stadt dieses Bad in den nächsten zwei oder drei Jahren gar nicht leisten kann.

"Kein goldenes Schloss"

Als Bernhard Seeger (CSU) vom "Wohlwollen" der Schwimmbadinitiative sprach und davon, dass man schließlich "kein goldenes Schloss" baue, forderte das Zipfel geradezu heraus. Vom Wohlwollen der Initiative könne keine Rede sein, viel mehr vom Wohlwollen des Stadtrates, konterte er.

Verwundert über die Kehrtwende einiger Stadtratskollegen war Johann Schadel (Unabhängige Bürgergemeinschaft). Er erinnerte sich, dass anfangs viele Räte ganz anders votiert hätten. Jetzt gehe die Summe "ins Unendliche" und werde einfach akzeptiert. "Für den Besuch, den wir haben, würde auch die günstigste Variante (sie lag bei 1,3 Millionen Euro und böte 250 Quadratmeter Wasserfläche) ausreichen", fand Schadel.

"Mir ist die Zwei-Millionen-Variante zu teuer", erklärte Hans Wagner, an seinen Eid bei Amtsantritt erinnernd: "Ich habe geschworen, zum Wohle der Stadt zu entscheiden." "Zu teuer", stimmte ihm auch Alfred Schuster (Unabhängige Bürgergemeinschaft) zu. Je niedriger die Investitionskosten, umso geringer würden die Folgekosten für den Unterhalt des Bades die Stadt belasten. Und Winfried Gerner (CSU) gab zu bedenken, dass die Bürger das Bad in Form von Steuererhöhungen bezahlen müssten.

Wenn schon, denn schon?

"Wenn schon, dann etwas Gescheites", sprach Herbert Körner (FW) für die andere Seite. Er hofft, dass mit der Detailplanung die Kosten noch etwas reduziert werden können. Auch Rainer Herdegen (SPD) glaubt, "dass der Planer etwas großzügig gerechnet hat". Die Summe nach unten zu korrigieren sei schließlich einfacher als sie hinterher erhöhen zu müssen.

Etwas verärgert waren einige Räte über die Mitteilung der Schwimmbadinitiative, nur bei der gewünschten Ausführung die angekündigten 4800 freiwilligen Arbeitsstunden zu leisten. "Wie ein trotziges Kind" kommentierte Ulrike Baumüller (FW). Adalbert Zink (FW) versuchte, dies zurechtzurücken. Die Aussage komme nicht von der Initiative, sondern von den Bürgern. Sie würden beim Bau nur helfen, "wenn eine vernünftige Variante zur Ausführung kommt". Dem Beschluss mit 16:4 Stimmen wurde der Zusatz beigefügt, dass Einsparmöglichkeiten noch geprüft werden müssen.