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Weisendorf
Abschied

Ein leises "Servus" vom Chef

Wilhelm Oed stand "seiner" Mannschaft 30 Jahre als Kommandant vor. Das Amt muss er nun abgeben, doch der Feuerwehr bleibt er weiter treu.
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Bis zur letzten Minute einsatzbereit. Wilhelm Oed bei seinem letzten Einsatz, eine halbe Stunde vor der Kommandantenwahl in Weisendorf.
Bis zur letzten Minute einsatzbereit. Wilhelm Oed bei seinem letzten Einsatz, eine halbe Stunde vor der Kommandantenwahl in Weisendorf.
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Bei der Freiwilligen Feuerwehr Weisendorf ging eine Ära zu Ende. Genau 30 Jahre führte Wilhelm "Willi" Oed als Kommandant die Weisendorfer Feuerwehr. Im April des letzten Jahres feierte er seinen 60. Geburtstag. Damit darf er wegen Altersgründen nicht mehr für das Amt kandidieren.
Auch Karlheinz Schwarz, der das Amt des 2. Kommanden über zwölf Jahre ausübte, durfte aus dem selben Grund nicht mehr kandidieren. Als Nachfolger von Willi Oed wurde Andreas Haagen und zum 2. Kommandanten Björn Bethge gewählt. Die Wahl bei der Dienstversammlung leitete Bürgermeister Heinrich Süß.


Viel Lob für Oed

Stehend applaudierend bedankten sich die aktiven Feuerwehrleute bei ihrem langjährigen Ersten Kommandanten. Oed dankte seinen Mitstreitern und Feuerwehrkameraden, vor allem seinem Leitungsteam und der Vorstandschaft für die gemeinsame Arbeit in der Feuerwehr. Er dankte aber auch seiner Familie für den Rückhalt, "ohne den eine solche Aufgabe nicht zu meistern gewesen wäre".
Sichtlich gerührt nahm Wilhelm den Applaus und die Dankesworte des Bürgermeisters und der Feuerwehrkameraden entgegen. Mit den klaren Worten "Das Alter fordert seinen Tribut, allen Respekt und Hut ab für dein 30-jähriges vorbildliches Ehrenamt", bedankte sich der Bürgermeister. Er dankte aber auch für die hervorragende Zusammenarbeit und das konstruktive Miteinander bei den wöchentlichen Besprechungen.
Kurz vor der Dienstversammlung leitete Oed bei einem Verkehrsunfall auch seinen letzten Einsatz und wird bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden bei der Feuerwehr im Löschfahrzeug in der 2. Reihe sitzen.
Wilhelm Oed trat 1972 bei der Freiwilligen Feuerwehr Weisendorf ein und übernahm 1987 das Kommando. Ein Jahr später wurde er als Kreisbrandmeister für den Dienstbereich Weisendorf ernannt. Im Jahr 2011 zeichnete Regierungspräsident Thomas Bauer im Auftrag des Bayerischen Innenministers den Weisendorfer Kommandanten Kreisbrandmeister Oed mit der höchsten Auszeichnung für den aktiven Feuerwehrdienst im Freistaat Bayer, dem Steckkreuz aus.
In seiner Dienstzeit als Kommandant wurde 1990 auch die Freundschaft zur "Freiwilligen Feuerwehr Weißendorf" in Thüringen geschlossen. Seitdem treffen sich die beiden Wehren regelmäßig in jährlichem Rhythmus. Einmal fährt Weisendorf nach Weißendorf in Thüringen, das Jahr darauf kommen die Kameraden aus Thüringen zur Weisendorfer Kirchweih. Auch drei Patenschaften, so zu den Feuerwehren Kalchreuth und Kairlindach sowie Großenseebach wurden durch Wilhelm Oed geschlossen. Und mit den Kameraden aus Kalchreuth gibt es regelmäßige Treffen.
Sein letzter Bericht als Kommandant zeigte anschaulich, wie vielfältig und auf wie viele Schultern verteilt die Aufgaben der Weisendorf Feuerwehr verteilt sind. Oed berichtete von 89 Einsätzen im abgelaufenen Jahr. Zehn Brandeinsätze und 60 technische Hilfeleistungen zeigten das Spektrum der Einsatzfähigkeit. "Einen ausführlichen Rückblick über die 30 Jahre erspare ich euch", meinte Wilhelm Oed schmunzelnd.


Das neue Auto kommt

Tatsächlich wurde die Weisendorfer Feuerwehr in der Ära Oed zu 1700 Einsätzen, davon 205 Bränden alarmiert. Im abgelaufenen Jahr war die Weisendorfer Feuerwehr über 1064 Stunden im Einsatz. Dazu kamen insgesamt 58 Ausbildungsveranstaltungen wie praktische Gruppenübungen, Unterrichte, Vorbereitungen für das Leistungsabzeichen sowie verschiedene Einsatz- und Atemschutzübungen. Für die Gerätewartung, Reinigungs- und Reparaturarbeiten sowie Geräteprüfungen wurden weitere 618 Stunden aufgewendet.
Als Kommandant kann Oed das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) zwar nicht mehr entgegennehmen, aber er hat zusammen mit der Heßdorfer Feuerwehr die Beschaffung vorbereitet und den Aufbau mit der technischen Beladung festgelegt. Bürgermeister Süß gab sich bei der Jahreshauptversammlung vorsichtig zur Auslieferung vor Jahresende vorsichtig optimistisch.
Wie Wilhelm Oed in seinem Ausblick auf 2017 erwähnte, wird der Weisendorfer Feuerwehr im laufenden Jahr die Arbeit nicht ausgehen. Bereits in dieser Woche beginnt die Grundausbildung. Zusammen mit den Ortsteilwehren werden Leistungsprüfungen in Brandbekämpfung und Technischer Hilfeleistungen stattfinden. "Üben, üben, üben", gab Oed am Ende seinen Kameraden in Bezug auf die Digitalfunkgeräte noch mit auf den Weg. Zum Digitalfunk hatte Bürgermeister Süß eine Nachricht: "Da die Empfangsqualität des Digitalfunks nicht zufriedenstellend ist, wird in absehbarer die Antenne ausgetauscht."
Hans-Peter Schmidt berichtete von 16 ausgebildeten Atemschutzträgern und den gemeinsamen Übungen der Kameraden aus dem Ortsteil Buch. Sowohl Bürgermeister Süß als auch Jugendleiter Bastian Selig freuen sich über zwölf Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die ebenfalls ein strammes Programm absolvieren und so auf den Dienst in der aktiven Mannschaft vorbereitet wurde.
Bei der Jahreshauptversammlung gab es dann einen ausführlichen Bericht des Vereinsvorsitzenden Bastian Selig, der dem Verein seit 2014 vorsteht. Der Vorsitzende berichtete über die Aktivitäten und Veranstaltungen des Feuerwehrvereins. Sei es Schlachtschüssel, Schinkenessen oder eine Drei-Tages-Reise nach Prag, den Mitgliedern wurde letztes Jahr einiges geboten, konstatierte Bastian Selig. "Wir sprechen nicht nur von Kameraden, wir leben eine aktive Kameradschaft", erklärte er und bedankte sich bei der Mannschaft für die Unterstützung.
Am Ende der Versammlung hatte Georg (Bibo) Maier noch eine Überraschung für Wilhelm Oed parat. Er überreiche eine Holztafel: "Danke Willi für 30 Jahre als Kommandant der Feuerwehr Weisendorf - Deine Feuerwehrkameraden". Zuvor gab es vom Bürgermeister für beide Kommandanten a.D. noch kräftig Präsente.
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