Ein neuer Laden für das tanzwütige Partyvolk öffnet heute in Erlangen in der Nürnberger Straße beim Kino Cinestar in der Fußgängerzone seine Pforten. Die Studenten Manuel Menges und Daniejel Indjic (beide 26) erfüllen sich mit dem "John Doe" einen Traum.
Wir haben kurz vor dem Opening des neuen Clubs mit Manuel Menges über das passende Ambiente, die korrekten DJs und die richtigen Eintrittspreise gesprochen. Dabei hat der Lehramtsstudent für Gymnasien (Fächerkombination: Erdkunde und Wirtschaft) auch verraten, was seine Eltern über seine Ambitionen als Club-Betreiber denken, mit welchen Klamotten die Gäste ohne Probleme an den Türstehern vorbeikommen werden und wie die neuen Club-Chefs in die ehemaligen Discothek "Zeitsprung" mehr Gäste locken wollen. Die ehemaligen "Zeitsprung-Macher", Axel Gotthardt und Frank Kawretzke, bleiben übrigens im Hintergrund als stille Teilhaber an Bord.


Sie studieren in Erlangen. Leidet die Uni nicht unter ihren Disco-Plänen?
Manuel Menges: Doch, schon ein bisschen (lacht). Mein Kompagnon Daniejel, der auch mein bester Kumpel ist, und ich, wir beide machen jetzt Pause ein halbes Jahr mit der Uni, damit wir unsere volle Energie auf das Club-Projekt lenken können. Danach wollen wir beide wieder angreifen und unser Studium beenden.
Was haben Ihre Eltern und Freunde zu der Disco-Idee gesagt?
Am Anfang haben meine Eltern natürlich gesagt: ,Oh Gott! Mein Kind steigt in die Gastronomie ein! Das war es dann wohl mit seiner bürgerlichen Karriere.‘ Im zweiten Moment haben meine Eltern aber gewusst, dass ein eigener Laden schon ganz lange mein ganz großer Traum ist.
Woher kommt dieser Wunsch? Haben Sie vielleicht zu viel gefeiert?
Das auch (lacht). Spaß beiseite. Der Daniejel und ich wir haben mit 18 Jahren zusammen im Bogart's hinter der Bar angefangen. Das hat uns einfach super gefallen. Neben dem Studium haben wir uns auf diese Art und Weise ein bisschen Geld dazuverdienen können.
Welche Vorstellungen von guter Gastronomie wollen Sie in dem Club verwirklichen?
Unser Konzept ist, dass wir durch Qualität in allen Bereichen überzeugen wollen. Von der Musik und den DJs bis zur Location über die Einrichtung und die Bedienungen hinter der Bar achten wir besonders darauf, dass alle Einzelheiten ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

Heißt Qualität, dass Sie astronomische Eintritts- und Getränkepreise verlangen?
Nein. Ganz im Gegenteil! Wir glauben dran, dass in Erlangen langfristig nur eine bezahlbare Partylocation funktioniert. Das liegt einfach an den vielen Studenten hier. Das wissen wir schließlich selber aus eigener Erfahrung. Bei uns kostet der Eintritt sieben Euro. Studenten zahlen nur fünf. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das zwar nicht billig. Aber dafür verlangen wir moderate Getränkepreise. Ein Longdrink kostet bei uns zum Beispiel nur sechs Euro.

Welchen Dresscode erwartet ihr von den Gästen?
Wir sind kein Schickimicki-Club. Aber wir erwarten von unseren Gästen schon, dass sie sich angemessen anziehen. Männer müssen nicht gleich im Sakko kommen. Aber ein Mindestmaß an gepflegtem Auftreten setzen wir voraus.

Zu welcher Musik wird in Ihrem Club getanzt?
Wir setzen auf einen Mix aus Hip-Hop und House.

Am Freitag wird die große Eröffnung des "John Doe" gefeiert. Für das Opening haben Sie sich für eine ziemlich geheimnisvolle Werbestrategie entschieden. Überall in Erlangen hängen Plakate mit der Überschrift "Who is John Doe?" (Deutsch: Wer ist John Doe?) Daher die Frage: Wer ist dieser Typ?
Auf die Idee sind wir gekommen, weil wir nicht mit großen Worten und Versprechungen an den Start gehen wollen. Die Leute sollen sich einfach selbst ein Bild von der Qualität der Disco machen und herausfinden, wer dieser John Doe eigentlich ist und was er kann.

Das Gespräch führte
Nikolas Pelke.