Mehr Komfort im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verspricht eine Initiative des Landkreises. Die vier größten Bushaltestellen in Erlangen-Höchstadt sollen mit Digitalanzeigen ausgestattet werden.

Auf den LED-Tafeln soll künftig in Echtzeit angezeigt werden, wann der nächste Bus welcher Linie einfährt oder ob es Störungen gibt. In Erlangen gibt es die Technik - in der Fachsprache Dynamisches Fahrgastinformationssytsem - schon länger. Nun zieht der Landkreis nach. Der Kreisausschuss hat am Freitag die Einführung befürwortet.

Die Tafeln sollen in einem ersten Schritt an den Haltestellen mit dem größten Verkehrsaufkommen und den meisten Buslinien installiert werden. Das sind: in Höchstadt der Busbahnhof an der Schwedenschanze, in Herzogenaurach An der Schütt, der Busbahnhof in Buckenhof sowie in Eschenau.

Man habe das Konzept ausführlich im Arbeitskreis ÖPNV besprochen, sagt Landrat Alexander Tritthart (CSU). Es habe aus technischen Gründen einige Zeit gedauert, bis in Erlangen an den Anzeigetafeln die Landkreisbusse auftauchten, nun gehe es künftig auch umgekehrt. Der Landkreis schätzt die Kosten insgesamt auf rund 389.000 Euro. Davon soll etwa die Hälfte aus Fördermitteln des Freistaats kommen.

In Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro wird der Auftrag im Januar ausgeschrieben. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Anzeigen in einem Jahr installiert sein. Die Tafeln sollen zudem über einen Knopf verfügen, den Sehbehinderte betätigen können, um sich die angezeigten Verbindungen vorlesen zu lassen. An der Schwedenschanze sollen zwei Anzeiger angebracht werden, einer an der West- und einer an der Ostseite. An der Schütt in Herzogenaurach werden es vier Anzeiger sowie zwei Tafeln an der Haltestelle Badgasse.

Junge Union möchte Wlan

Damit werde das Problem gelöst, dass manche Schulkinder nicht wissen, ob noch ein Bus kommt, oder nicht, lobt Kreisrat und Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Maximilian Stopfer (JU) freut sich, dass es nach Jahren nun auch im Landkreis die Digitaltechnik geben soll. "Eine super Sache", so Stopfer. Sein Vorschlag: "Wenn jetzt eh Tiefbauarbeiten stattfinden, sollte man gleich einen Wlan-Hotspot mitdenken." Seines Wissens gebe es bisher nur An der Schütt in Herzogenaurach das mobile Internet an der Bushaltestelle. "Der junge Mann hat da schon Recht. Nicht für mich, eher für dich", sagte Gerald Brehm (FW) in Sachen Smartphone scherzhaft in Richtung des JU-Vertreters. Der Landrat versprach, die Idee Wlan mit in die Diskussion aufzunehmen.

German Hacker (SPD) findet die Digitalanzeigen praktisch. Aber er mahnte: "So schön es wäre, es überall zu haben. Das kostet schon richtig Geld."