Adelsdorf
Finanzen

Diese Ausgaben stehen in Adelsdorf bevor

Am Montag will der Adelsdorfer Bürgermeister seine Bürger über die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde und die Pläne für das Baugebiet am Sportplatz aufklären. Ohne den Verkauf sieht er schwarz.
800.000 Euro wurden bereits für die Sanierung des Schulschwimmbads ausgegeben, weitere 300.000 Euro sollen noch ausgegeben werden.
800.000 Euro wurden bereits für die Sanierung des Schulschwimmbads ausgegeben, weitere 300.000 Euro sollen noch ausgegeben werden.
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Das Thema Schulsportplatz scheidet in Adelsdorf weiterhin die Geister. Die einen wollen ihn unbedingt erhalten, die anderen wollen ihn zu Bauland umwandeln. Letzteres wurde bei der vergangenen Gemeinderatssitzung - mit fünf Gegenstimmen - beschlossen, um andere Kosten, die für Adelsdorf demnächst anstehen, stemmen zu können. "Wir müssen uns von Sachen trennen, bei denen wir wissen, dass wir sie in absehbarerer Zeit nicht mehr brauchen", sagt Bürgermeister Karsten Fischkal (FW).

Das will der Rathaus-Chef auch für die Bürger nachvollziehbar machen. Deshalb gibt es am kommenden Montag eine Informationsveranstaltung zur finanziellen Situation der Gemeinde und dem vorgesehenen Bebauungsplan für den Schulsportplatz in der Aischgrundhalle. Mit dabei ist auch Kämmerer Christian Jakobs. Beginn ist um 19 Uhr.

Frist bis zum 27. März

Mit dem Verkauf des Schulsportplatzes könnten mindestens 2,5 Millionen Euro auf das Konto der Gemeinde gehen. Tendenz eher steigend. Seit Montag wird das Gelände auf der Homepage der Gemeinde und in den Tageszeitungen angeboten. Bis zum 27. März können Angebote abgegeben werden, erste Anfragen gibt es laut Fischkal bereits.

Geld, das die Gemeinde gut gebrauchen kann. Denn in den kommenden Jahren stehen gleich mehrere große Investitionen an. Angefangen beim Schulschwimmbad. 800.000 Euro wurden in die Sanierung bereits reingesteckt. Für eine neue Filteranlage wären weitere 300.000 Euro nötig. Kosten, die mit dem Verkauf des Schulsportplatzes einfacher zu bewältigen wären. "Mit dem Sportgelände könnten wir uns eine freiwillige Last von der Backe werfen. Tun wir das nicht, müssen wir überlegen, welche anderen freiwilligen Leistungen wir einsparen", sagt Jakobs.

Täglich fast 1000 Euro

Für die Sanierung der Feuerwehr Adelsdorf ist eine Million Euro im Haushalt vorgesehen. "Wenn wir den Sportplatz nicht verkaufen, wird das mit das Erste sein, das wir wieder streichen müssen", warnt Fischkal. Ganz ähnlich sieht es mit der Sanierung der Straßen aus, besonders im Oberdorf. Auch hierfür sind 1,15 Million Euro in der Finanzplanung vorgesehen, "aber nur, wenn wir das Geld auch haben", sagt Fischkal. So einfach ist es aber nicht immer. Denn zusätzlich entstehen Kosten, die nur schwer zu kalkulieren und vorherzusehen sind, zum Beispiel verursacht durch Wasserrohrbrüche, die vermehrt auftreten. Allein vergangene Woche gab es in Aisch drei auf einmal. "Dieses Jahr haben wir 45.000 Euro dafür vorgesehen", sagt Jakobs. Ob das reichen wird, das vermag allerdings weder er noch Bürgermeister Fischkal vorherzusehen.

Dazu kommen noch die laufenden Kosten, die Adelsdorf zu bewältigen hat. Allein die Aischgrundhalle kostet täglich fast 1000 Euro. Das sind im Jahr 344.830 Euro. Darunter fallen Kosten wie die jährlichen Abschreibungen von 105.000 Euro, Aufwendungen für den Unterhalt der 1100 Quadratmeter großen Halle (75.000 Euro im Jahr), für das Personal (73.000 Euro), die Heizung (14.000 Euro), den Strom (13.500 Euro) und die Reinigung (22.000 Euro). Dem gegenüber stehen jährliche Einnahmen durch die Nutzung von Vereinen und Privatpersonen von gerade mal rund 20.000 Euro. "Wir könnten natürlich die Kosten für die Vereine erhöhen, aber genau das wollen wir nicht. Wir wollen ja, dass die Halle genutzt wird", erklärt Fischkal.

Neue Brandmeldeanlage

Und dieses Jahr stehen in Sachen Aischgrundhalle sogar noch zusätzliche Kosten an. Die Brandmeldeanlage ist kaputt. Investiert werden müssen nun bis zu 30.000 Euro. Auch das Dach müsse früher oder später gemacht werden. "Die Halle ist 20 Jahre alt, wir müssen in die Sanierung investieren", sagt Fischkal. Auch Jakobs betont: "Da ist dann schon eher der Wille da, die Aischgrundhalle zu erhalten als den Sportplatz."

Und der Geldbeutel der Gemeinde bleibt auch von weiteren Ausgaben nicht verschont. Weitere 100.000 Euro gibt Adelsdorf nämlich jedes Jahr für den Unterhalt des Schlosses aus. "Es ist vertraglich festgelegt, dass das Schloss nur begrenzt genutzt werden kann. Durch die Einbringung in eine Stiftung kommen wir da auch nicht dran vorbei", erzählt Fischkal.

Die größte Ausgabe der Gemeinde sind aber neben der Kreisumlage von knapp drei Millionen Euro die Aufwendungen für die Kindergrippen, die Kindergärten und die Schule. Inklusive der Beförderung der Schüler waren es im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Euro. Und folgt die Gemeinde der neuesten Bevölkerungsprognose, laut der durch das Neubaugebiet Reuthsee eine Vielzahl zusätzlicher Kinder vorausgesagt wird, müssen laut Geschäftsführer Wolfgang Mößlein zusätzliche fünf Millionen Euro für den Bau von Kinderkrippen und Kindergärten investiert werden. "Und die sind in unserer Finanzplanung noch gar nicht mit drin", betont Fischkal.

Sollte es aufgrund eines erfolgreichen Bürgerbegehrens und später Bürgerentscheids doch nicht zum Verkauf des Schulsportplatzes kommen, wäre das laut Mößlein ein "finanzieller Genickbruch". Und auch Fischkal gibt offen zu: "Ich hab' nicht vor vielem Angst, aber wenn wir das nicht verkaufen, hab' ich wirklich Bauchweh."