Stadtrat Paul Neudörfer (SPD) hat es beobachtet, Stadträtin Jeanette Exner (JL) hat es erlebt: Zu schnell fahrende Autos und gefährliche querende Kindergartenkinder. Beide sehen als Anwohner die Verkehrssituation in Höchstadt-Ost kritisch und machten sich in der Verkehrsausschusssitzung zu Fürsprechern einer weiträumigen Tempo-30-Zone und einer sichereren Regelung in der Albrecht-Dürer-Straße.

Die Einführung von Tempo 30 in Höchstadt-Süd hat sich, so Bürgermeister Gerald Brehm (JL) bewährt. Das legt eine Übertragung auf den Nordost-Teil der Stadt nahe. Gleichwohl bremste Brehm vorpreschende Ratskollegen: "Eine Umsetzung gibt es erst, wenn die Verwaltung ein Meinungsbild von den Betroffenen hat. Die Bürger sollen hier ein Mitspracherecht haben."Ausdrücklich wies Brehm darauf hin, dass Staats- und Kreisstraßen außen vor bleiben müssten und es bei Straßen mit großer Verkehrsbedeutung diskutiert werden müsste, wie weit die Zone ausgedehnt werden solle.

Als Areal kommen vorrangig die Wohnquartiere zwischen der Bamberger Straße im Westen, der Straße an der Birkach im Norden und dem Kieferndorfer Weg im Süden in Betracht. Angeliedert könnte das Wohnviertel zwischen Bamberger Straße und Großer Bauerngasse werden; das anschließende Gewerbegebiet dagegen nicht. Auch eine Ausweitung auf die Straßenzüge zwischen Bamberger Straße und Kellerstraße wurde in den Raum gestellt.

Diskussionsbedarf gibt es, so auch alle Redebeiträge in der Ausschusssitzung, wie mit der Dürer-Straße umzugehen ist. An ihr liegen zwei Schulen und gleich ums Eck ein Kindergarten. Das fordert auf der einen Seite besondere Rücksichtnahme. Auf der anderen Seite benutzen die Bewohner der Umgebungsstraßen sie, um Richtung Polizeikreisel nach Süden in die Altstadt fahren wollen und umgekehrt befahren sie Höchstadter aus dem Süden, wenn sie in die nordöstlichen Straßen wollen. Deshalb ist in Schulnähe die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränkt.

"Das einzige Auto, das sich daran gehalten hat, war ein Fahrschulfahrzeug", fiel Neudörfer kürzlich auf. Seine Forderung daraus: Radarkontrollen zu den Stoßzeiten, zu Schulbeginn und - ende. Kontrollen hat die Polizei schon öfter durchgeführt. Und Günther Thalers Erkenntnisse sind ziemlich unaufgeregt. Der Nachfolger von Sigi Nürnberger als lokaler Verkehrsexperte hat zwar einige Verwarnungen aussprechen müssen, aber "die Autos fahren nicht wesentlich schneller als 30". Für manche Räte erstaunlich ist das Messergebnis für die Große Bauerngasse: Hier gab es keine Überschreitungen. "Das liegt daran, dass hier viel am Rand geparkt wird. Das bremst", erläuterte Thaler. Ähnlich wirken auch die beidseitigen Parkstreifen am Kieferndorfer Weg.

Nach Neudörfers Meinung wurde durch die Vorfahrtsschilder in der Dürer-Straße der Verkehr beschleunigt. Er möchte deshalb die alte Rechts-vor-links-Regelung wieder einführen. Die Polizei plädiert hier für Tempo 50, denn diese Straße sammelt den Verkehr aus den Wohnstraßen ringsum.

Mehr Sicherheit für den Bereich des Schul- und Kitazentrums, das wollen alle. Ein Schritt war vor einem Jahr, die Johann-Sebastian-Bach-Straße zur Einbahnstraße zu machen. Mit einer Stimme Mehrheit segnete der Stadtrat einen entsprechenden Antrag der Kita ab. Nach Beobachtungen scheint dies eine Fehlentscheidung gewesen zu sein. Denn nun parken bringende Eltern auch auf der linken Straßenseite und lassen die Kinder rechts in den fließenden Verkehr hinein aussteigen.

Möglicherweise diese Erfahrung lässt den Bürgermeister langsam herangehen, auch die Frage, ob ein Halteverbot gegenüber der Bushaltestelle an der Schule der richtige Weg sei. Er will das Vorhaben erst dann dem Rat zur Entscheidung vorlegen, wenn eine "Gesamtsituationsanalyse vorhanden ist.

Brehm möchte zur Entschärfung die Bushaltestellen ins Gelände der Don-Bosco-Schule verlegen lassen. Das muss mit dem Landratsamt abgestimmt werden und ist nicht auf die Schnelle zu bauen. Deshalb regte Exner an, als Interim das Halteverbot anzuordnen. "Wenn, dann nicht zeitlich begrenzt", ist dazu die Forderung der Polizei.



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