Höchstadt a. d. Aisch
Sturm

Die Schüler weggefegt

In den Höchstadter Schulen ging es am Montag sehr ruhig zu. Die Kinder und viele Lehrer blieben zu Hause. Die Schadensbilanz hielt sich in Grenzen.
Die Aula im Höchstadter Gymnasium war  am Montag  menschenleer.  Foto: Andreas Dorsch
Die Aula im Höchstadter Gymnasium war am Montag menschenleer. Foto: Andreas Dorsch
+3 Bilder
} } }

Noch schneller als das Sturmtief Sabine den Aischgrund erfassen konnte, hatte sich schon am Sonntagabend die Nachricht verbreitet, dass am Montag an den Schulen der Unterricht ausfällt.

Zum Schutz der Kinder hatte das Kulturministerium diese Anordnung erlassen und bescherte ihnen ein verlängertes Wochenende. Und die Lehrer? Die aus der näheren Umgebung sollten kommen, und die, die weiter weg wohnen, durften zu Hause bleiben, berichtete Rektorin Rosi Wagner von der Höchstadter Anton-Wölker-Grundschule. Noch am Sonntagabend informierte Wagner alle ihre Lehrer. Die haben Kontakt mit den Klassenelternsprechern aufgenommen und so verbreitete sich die Nachricht in Windeseile.

Für Notgruppe kein Bedarf

Für Kinder, deren Eltern sie nicht untergebracht hätten, hatte die Grundschule am Montag eine Notgruppe eingerichtet. "Es sind aber erst gar keine Kinder gekommen", sagte Rektorin Wagner. Nur ein Großvater wollte seinen Enkel abliefern, nahm ihn aber wieder mit, nachdem er mitbekommen hatte, dass keine anderen Kinder da waren. Rosi Wagner begrüßte die Entscheidung "von oben".

Die klare Anordnung vom Kultusministerium begrüßte auch Michael Ulbrich, Rektor der Spx-Mittelschule in Höchstadt. Die einzigen Schüler, die gestern in der Spix-Schule zu sehen waren, waren Kinder von Kollegen, die diese nicht unterbringen konnten, verriet Ulbrich dem FT. Er hielt die Entscheidung des Kulturministeriums für richtig, die anfangs nur auf Oberfranken beschränkte Regelung am Sonntagabend auf ganz Bayern auszuweiten.

Info-System hat funktioniert

Die Entscheidung vom Sonntagabend hatte offensichtlich auch alle Schüler des Höchstadter Gymnasiums noch rechtzeitig erreicht. "Kein einziger Schüler ist gekommen", sagte Direktor Roland Deinzer, "unser Informationssystem hat perfekt funktioniert". Auch manche Lehrer blieben gleich zu Hause. Es seien aber genügend da gewesen, um einen Notbetrieb zu starten.

Einmal mehr bestätigte sich am Montag, dass der Aischgrund rund um Höchstadt von extremen Wettersituationen weitgehend verschont bleibt. Zwar kam auch hier immer wieder mal ein stärkerer Wind auf, große Schäden richtete der Orkan aber in anderen Regionen an. "Sehr überschaubar" war laut Polizeichefin Sabine Röhrer die Schadensbilanz im Bereich der Höchstadter Dienststelle: nur ein umgestürzter Baum in der Tilman-Riemenschneider-Straße am Montagmorgen.

Keine Ausfälle gab es im Landkreis Erlangen-Höchstadt im öffentlichen Personennahverkehr. "Alle Busse sind ganz normal gefahren", erfuhr der FT aus dem Landratsamt.

Die Hälfte blieb zu Hause

Unterschiedlich reagierten Kindergärten auf die Sturmwarnungen. Während sich eine FT-Redakteurin für die Betreuung ihrer Kinder etwas einfallen lassen musste, weil der gemeindliche Kindergarten in Buckenhof geschlossen blieb, hatte der katholische Kindergarten St. Michael in Höchstadt ganz normal geöffnet. Laut stellvertretender Leiterin Daniela Bätz fehlte trotzdem die Hälfte der Kinder. Die mit schulpflichtigen Geschwistern waren zu Hause geblieben.

Der Matthias-Claudius-Kindergarten in Höchstadt-Süd hatte am Sonntagabend mit dem Elternbeirat geklärt, dass es nur eine Notgruppe geben wird. Entsprechend wurde auch das Personal angepasst. Mitarbeiterinnen gingen freiwillig, mussten aber Überstunden wegnehmen.