Die Wanderausstellung "Fluchthelfer" gastiert ab Dienstag, 29. März, im Höchstadter Kreislauf-Kaufhaus, Bahnhofstraße 8a. Das Plakat zur Ausstellung zeigt Petra Kleineisel, die sich seit mehr als zwei Jahren ehrenamtlich in der Arbeit mit Flüchtlingen engagiert. Inzwischen gehört sie mit Konrad Eitel, Herzogenaurach, und Henning Hofmann, Eckental, zu den Sprechern der Flüchtlingsinitiative Erlangen-Höchstadt (FIERH). 23 Helferkreise aus dem ganzen Landkreis haben sich in der FIERH zusammengeschlossen, "weil sie die gleichen Fragen und Probleme haben", wie Petra Kleineisel erklärt. Die drei FIERH-Sprecher treffen sich regelmäßig im Landratsamt und nach Bedarf mit dem Jobcenter oder Wohlfahrtsverbänden, um anstehende Fragen zu klären.
Als eine von 22 Einzelpersonen, deren ehrenamtliches Engagement in der Ausstellung gewürdigt wird, berichtet die Wachenrotherin im Interview über ihre Arbeit.
Die Ausstellung über die Flüchtlingshelfer ist eine Kooperation der 15 lokalen "Bündnisse für Familie" in der Metropolregion Nürnberg.

Frau Kleineisel, das Foto aus dem Kuhstall ist ja ein richtiger Eyecatcher. Dazu noch der Spruch "Zuerst war die Milchkanne noch leer!" Wie kam es denn dazu?
Petra Kleineisel: Ich wollte überhaupt nicht vorne dran stehen. Schließlich geht es ja nicht um mich. Weil es aber um die Sache geht, steh ich halt mit meiner Person dafür.

Und wie war das mit der Milchkanne?
Eigentlich war es eine Milchflasche. Einer der Asylsuchenden hat mich gefragt, wo er Milch vom Bauern bekommen kann. Wir sind dann zusammen mit einer Milchflasche zum Bauern gegangen.

Wie sind Sie eigentlich zu dieser Arbeit gekommen?
Hätte mir das jemand vor zweieinhalb Jahren gesagt, ich hätte es nie für möglich gehalten. Das hat sich nach und nach entwickelt. Am Anfang gab es nur punktuell Kontakte. Ich habe den Weingartsgreuthern - da waren ja zuerst Flüchtlinge - angeboten: meldet euch, wenn ihr Unterstützung braucht.

Heute gehören Sie zu den Sprechern der Flüchtlingsinitiative Erlangen-Höchstadt. Sie arbeiten mit Behörden und Wohlfahrtsverbänden zusammen. Und sie sind im ökumenischen Arbeitskreis Migration Mühlhausen-Weingartsgreuth-Wachenroth aktiv. Kommen Sie mit Job, Familie und Ehrenamt überhaupt noch zur Basisarbeit?

Aber ja, andernfalls würde mir das schon sehr fehlen. Es ist toll, all diese Menschen kennenzulernen. Hier ist ein Weisheitszahn zu ziehen, dort muss eine Schwangere zum Arzt gefahren werden. Die Arbeit ist schön und bereichernd. Ich habe auch zwei Fortbildungen in Würzburg absolviert, um kompetente Hilfestellung geben zu können. Der Kinderschutzbund bietet in Zusammenarbeit mit der Diakonie Fortbildungskurse für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit an. Insbesondere junge Helfer-kreise können dort eine Grundlagenschulung erhalten.

Was soll mit der Ausstellung bewirkt werden?
Es geht um die "Flüchtlingshelfer", darum, zu zeigen, dass sich Menschen engagieren. Aber auch darum, das ehrenamtliche Engagement zu stärken und weitere Helfer zu motivieren. Ich möchte auch alle Helfer einladen, sich die Ausstellung anzusehen.

Das Gespräch führte
Evi Seeger.