Fünfeinhalb Jahrzehnte liegen zwischen zwei Aufnahmen, die in der Zwischenzeit so nicht möglich gewesen wären. Nach dem Abbruch des in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts errichteten Rathauses präsentiert sich das Schlossgebäude wieder ohne sperriges Beiwerk.

Also nicht ganz, denn noch sind die Bagger dabei, die Spuren des Abbruchs zu beseitigen. Noch liegt Schutt auf dem Gelände herum, das von einem großen Bretterzaun inzwischen nahezu blickdicht verbaut worden ist. Eigentlich sollte die Umrandung ja dazu dienen, dass der Staub abgehalten wird, hieß es offiziell. Doch dazu ist der Zaun noch immer zu löchrig. Drüber schauen lässt sich angesichts der Höhe eh nicht. Schon eher durch die Ritzen oder am Ende des Schlossgrabens.

Dem Betrachter tut sich ein Bild auf wie vor 55 Jahren. Denn auch damals war das Schloss unverbaut, nachdem das damalige Herzogenauracher Stadtgefängnis abgebrochen worden war. Ein Schicksal, das diesen Bau vor 55 Jahren ebenso ereilte wie jetzt das Rathaus. Das Gefängnis stand in etwa dort, wo zuletzt der Sitzungssaal war.