Das letzte Bergwochenende bescherte der Erlanger Polizei zahlreiche Einsätze. Insgesamt setzte sich jedoch der Trend zu einer friedlichen Bergkirchweih fort.
Am Freitag war der Berg bereits am frühen Abend gut besucht. Gegen 21 Uhr stellte die Sonderwache eine Auslastung von 100 Prozent auf dem Festgelände fest.
Im Rahmen der Zugangskontrollen fiel ein 16-Jähriger auf, der eine geringe Menge Haschisch in seinem Rucksack mitführte. Nach der Sicherstellung des Rauschgiftes wurde der Junge seinen Eltern übergeben.


Ruhig bis kurz vor Ende

Bis kurz vor 22 Uhr blieb es trotz des Besucherandranges ruhig. Kurz vor Schließung der Schänken meldeten Bedienungen mehrere Personen aus Osteuropa, die Maßkrüge mitnahmen und das Pfand einlösen wollten. Die Bergwache stellte die Personalien von vier Männern und drei Frauen fest. Gegen zwei der Männer war bereits am Nachmittag ein Hausverbot für die Keller ausgesprochen worden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft leisteten die Beschuldigten eine Sicherheitsleistung. Anschließend erhielten alle einen Platzverweis.


Zu viel Alkohol

Bereits gegen 19 Uhr fiel einer Streife eine 16-Jährige auf, die am Martin-Luther-Platz lag und nicht mehr ansprechbar war. Das Mädchen wurde mit 1,2 Promille in die Kinderklinik eingeliefert.
Während des Abstroms lief eine 20-Jährige ohne Schuhe und völlig orientierungslos in der Jahnstraße herum. Die junge Frau war mit rund zwei Promille erheblich alkoholisiert und kam in die Notaufnahme.
Bei den Feiern in der Innenstadt ging es verhältnismäßig ruhig zu. Viele der Bergbesucher bedankten sich bei den Polizeibeamten für deren Arbeit. Kurz nach 23 Uhr war der Martin-Luther-Platz mit bis zu 1500 Personen gut besucht. Gegen 3 Uhr hielten sich dann nur noch vereinzelt Personen dort auf.


Mehrmals auffällig geworden

Gegen 1.45 Uhr schlug ein Erlanger im Bereich der Engelstraße auf zwei auswärtige Berggäste ein. Der 22-Jährige war bereits gegen 20 Uhr in der Henkestraße wegen einer Sachbeschädigung an Fahrrädern festgenommen worden. Nachdem sich der junge Mann abermals nicht beruhigen wollte, wurde er in Gewahrsam genommen. In der Dienststelle schlug er seinen Kopf gegen die Wand, so dass er fixiert werden musste, um Eigenverletzungen zu verhindern. Schlussendlich wurde er in einer Fachklinik untergebracht. Beim Transport versuchte er noch einer Beamtin Kopfstöße zu versetzen.
Denn 22-Jährigen erwarten mehrere Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung. Darüber hinaus erließ die Ordnungsbehörde noch ein Betretungsverbot für die letzten Tage der Bergkirchweih.


Achtung Langfinger

Diebe sind auf der Bergkirchweih leider auch keine Seltenheit. Für den Freitag wurden zwei Diebstähle von Schnapsflaschen aus einer Diskothek gemeldet. Die beiden Täter waren mit rund zwei Promille erheblich alkoholisiert und erhielten Platzverweise. Ein weiterer Diskothekenbesucher zeigte gegen 3 Uhr den eingesetzten Polizeibeamten den "Hitlergruß" und muss daher nun mit einer Anzeige rechnen.
Am Samstag gegen 2 Uhr meldete ein Autohalter einen abgetretenen Außenspiegel an seinem Fahrzeug in der Wöhrstraße. Insgesamt stellten die Beamten dort dann fünf beschädigte Fahrzeuge fest. Vom Täter fehlt jedoch jede Spur.
Etwa zur gleichen Zeit musste die Polizei eine Körperverletzung am Hugenottenplatz aufnehmen. Hier waren zwei Bergbesucher aus Hamburg mit einem 23-Jährigen aus Nürnberg in Streit geraten. Im Verlauf traten die zwei Beschuldigten auf ihr am Boden liegendes Opfer ein. Dieses erlitt jedoch nur leichte Verletzungen am Rücken. Alle Beteiligten standen deutlich unter Alkoholeinfluss.
Kurz vor 2.30 Uhr meldeten Zeugen Hilferufe im Altstädter Friedhof. Nach kurzer Fahndung konnte ein 27-jähriger Bergbesucher gefunden werden. Dieser war aufgrund seiner Alkoholisierung (1,8 Promille) orientierungslos und hatte sich auf dem Nachhauseweg verlaufen. Ob er Opfer einer Körperverletzung wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Darüber hinaus fielen den eingesetzten Beamten noch drei Radfahrer auf, die erheblich alkoholisiert mit ihren Fahrrädern unterwegs waren.
Am Samstag - dem 10. Tag der Bergkirchweih - war das Festgelände am Burgberg bereits gegen 17 Uhr vollkommen gefüllt.
Die Beamten der Sonderwache waren mit mehreren Körperverletzungen und Diebstählen von Handtaschen befasst. So musste eine Streife gegen 16 Uhr einen 30-Jährigen aus Zirndorf festnehmen, der grundlos auf Bergbesucher einschlug. Diese wurden nur leicht verletzt.


Übermut tut selten gut

Gegen 19 Uhr schlug der Übermut einer 19-jährigen Bergbesucherin aus Oberfranken durch. Sie warf wohl aus "purer Freude" ihr Weinglas in die Luft. Das Glas traf dann eine neben ihr sitzende Frau, die leicht an der Nase verletzt wurde.
Etwa zur gleichen Zeit stolperte ein 40-Jähriger beim Zurückbringen seiner leeren Krüge. Dabei stieß er gegen einen Baum und einer der Maßkrüge ging zu Bruch. Die Splitter verletzten zwei Besucherinnen. Der 40-Jährige war mit 2,36 Promille deutlich betrunken.
Darüber hinaus wurden zwar mehrere körperliche Attacken gemeldet. Diese stellten sich dann vor Ort allerdings als verbale Streitigkeiten unter zumeist Betrunkenen heraus.
Leider mussten auch mehrere Sexualdelikte aufgenommen werden. Gegen 20 Uhr versuchte ein Mann einer 22-jährigen Bergbesucherin mehrmals an das Gesäß zu fassen. Nachdem sich diese solche Annäherungsversuche strikt verbat, flüchtete der Täter. Jedoch konnte die Frau ein Foto schießen. Der Täter wurde nach einem erneuten Streit festgenommen. Gegen den 29-jährigen Nürnberger wurde ein Verfahren eingeleitet.
Während des Abstroms wurde eine 26-jährige Student Opfer eines sexuellen Übergriffes. Ein etwa 30-jähriger Besucher nutzte das Gedränge aus und griff ihr unter den Rock. Anschließend flüchtete der Mann in der Menschenmenge.
Ein weiteres Sexualdelikt wurde kurz nach Mitternacht angezeigt. Nach bisherigen Ermittlungen wurde eine 21-Jährige aus dem Landkreis Forchheim Opfer eines Übergriffes im Bereich der Burgbergstraße, dessen Umstände bislang nicht restlos geklärt werden konnten.
Auch in der Stadt hatten die Polizeibeamten sehr viele Einsätze zu verzeichnen. Bereits um 19 Uhr wurde eine Auseinandersetzung am Bürgermeistersteg gemeldet. Hier schlugen junge Männer aufeinander sein. Die Beamten nahmen mehrere 18- bis 30-Jährige fest. Alle Beteiligten waren erheblich alkoholisiert, so dass der Ablauf der Tat noch Gegenstand der Ermittlungen ist.
Während der Feiern in der Innenstadt kam es noch zu insgesamt zwei Körperverletzungen. Die Beteiligten konnten allesamt festgenommen werden. Bei einer davon widersetzten sich zwei amtsbekannte Brüder den Anordnungen der Polizisten und schlugen vehement auf diese ein. Ein Beamter erlitt dabei Schürfwunden. Die genauen Umstände der vorangegangenen Körperverletzungen zwischen mehreren Personen sind noch nicht geklärt.
Darüber hinaus wurden noch vier Fahrraddiebe im Laufe der Nacht festgenommen. Gegen 1.30 Uhr fiel den Beamten ein 22-jähriger Student aus Stuttgart in der Gebbertstraße auf, der mit einem entwendeten Kinderfahrrad unterwegs war. Zwei weitere Diebe wurden von einer Streife im Bereich des Bahnhofes beobachtet, wie sie ein dort abgestelltes Fahrrad im Wert von 100 Euro entwendeten.
Für vier weitere Radfahrer hat der Berg zudem noch ein strafrechtliches Nachspiel. Sie waren mit ihren Fahrrädern erheblich alkoholisiert unterwegs. Bei den Kontrollen wurden Werte zwischen 1,8 und zwei Promille festgestellt.


Dreiste Masche

Besonders dreist ging ein amtsbekannter 36-jähriger Erlanger vor. Er gab sich als Polizeibeamter aus und kontrollierte zwei in ihrem Auto nächtigende Bergbesucher am Parkplatz Innenstadt. Danach mussten die beiden Männer aus Unterfranken feststellen, dass 200 Euro aus dem Handschuhfach verschwunden waren. Die Polizei verständigten sie allerdings vorerst nicht.
Am Samstagabend gegen 22 Uhr gab sich der 36-Jährige nochmals gegenüber den beiden Unterfranken als Polizeibeamter aus. Nun verständigten sie die Dienststelle und der falsche Polizeibeamte konnte festgenommen werden. Zuvor hatte der Mann jedoch versucht, sich mit Gewalt aus dem Griff der Zeugen zu befreien. Gegen den 36-Jährigen wurden Ermittlungsverfahren wegen Betruges, Amtsanmaßung und Körperverletzung eingeleitet.
Derzeit wird zudem noch ermittelt, ob der Täter noch weitere Opfer im Bereich anging. Mögliche Zeugen oder Geschädigte werden gebeten sich mit der Polizei in Erlangen unter der Telefonnummer 09131/760114 in Verbindung zu setzen. red