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Herzogenaurach
Großprojekt

Der Abbruch des Herzogenauracher Rathauses hat begonnen

Seit Tagen wird das Rathaus entkernt, bevor Mitte April der Abbruch des Gebäudes folgt. In einem Jahr soll mit dem Neubau angefangen werden.
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Im Sitzungssaal wird die Wandverkleidung abgebaut. Foto: BSS-Architekten
Im Sitzungssaal wird die Wandverkleidung abgebaut. Foto: BSS-Architekten
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Seit Anfang der Woche ist es soweit: Eines der größten Bauprojekte der Stadt in den letzten Jahrzehnte hat begonnen. In den kommenden drei oder mehr Jahren wird das Bild der Innenstadt rund um das ehrwürdige Schloss von Baumaschinen geprägt. Das aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammende Rathaus wird abgerissen und macht einem Neubau Platz, zeitgleich wird das Schloss umfassend saniert.

Am Mittwoch sind die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses über das Projekt informiert worden. Christoph Schmidt vom Architekturbüro BSS aus Nürnberg stellte den Zeitplan vor und gab einen ersten Einblick in die Entwicklung der Kosten. Beides hat sich gegenüber den ursprünglichen Schätzungen nach hinten respektive oben verändert. Der Endtermin verschiebt sich laut Schmidt um 35 Arbeitstage, also etwa sechs Wochen.

Die Inbetriebnahme ist laut Schmidt auf Mitte Mai 2022 terminiert. Das ist allerdings davon abhängig, wie sich zwei Problemlagen entwickeln. Zum einen weiß man nicht, was noch an archäologischen Schätzen unter der Erde schlummert. Spannend wird's vor allem, wenn der Keller des Rathauses verschwindet. "Unter die Bodenplatte kann halt niemand schauen", sagte Bürgermeister German Hacker. Auch Architekt Schmidt bezeichnete das als einen "etwas schwammigen Bereich". Jedenfalls habe der Denkmalschutz angekündigt, das untersuchen zu wollen.

Zweites Problem bei der Einhaltung des Zeitplans ist laut Bürgermeister Hacker die Konjunktur. Seit einiger Zeit sei es so, dass sich Aufträge erheblich verteuern. So könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei "absurden Forderungen" neu ausgeschrieben werden müsse. Auch das würde eine zeitliche Verzögerung nach sich ziehen.

Der Mietvertrag im Interimsrathaus ist auf vier Jahre abgeschlossen und dauert bis weit ins Jahr 2022 hinein. Damit verknüpft ist, zu aller Sicherheit, die Option, noch zweimal um jeweils ein Jahr verlängern zu dürfen. Freilich hätte er überhaupt nichts dagegen, sagte Hacker gegenüber dem FT, wenn der Zeitplan eingehalten werden könne. Aber man müsse bei so einem Vorhaben Puffer einplanen.

Die Kosten des Rathausbaus waren im Juli 2018 auf etwa 27,7 Millionen Euro berechnet worden. Daraus sind inzwischen 28,3 Millionen Euro geworden. Das ist der aktuelle Stand, wie sich die Ausschreibungen entwickeln dürften. Die Kostenberechnungen für die Schlosssanierung und die Außenanlagen lagen zuletzt im Januar bei 8,85 beziehungsweise 1,5 Millionen Euro.

Die schon jetzt erforderlichen Mehrkosten beziehen sich laut Schmidt unter anderem auf den Bau eines Rückhaltebeckens. Dieser unterirdische Tank soll ein Fassungsvermögen von 37 Kubikmeter haben und muss auf dem eigenen Grundstück bereitgestellt werden Beim Bau des bisherigen Hauses vor 60 Jahren hat es solche Anforderungen noch nicht gegeben. Es sei, wie der Architekt erläuterte, auf einen hundertjährigen Regen ausgelegt. Es müsse leer sein, damit es einen Starkregen auch wirklich aufnehmen kann. Es könne also nicht für die Bewässerung hergenommen werden, wie es Retta Müller-Schimmel von den Grünen angeregt hatte.

CSU mahnt

In der Debatte mahnte CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab, dass man die Ausschreibungen zeitig losschicke, denn jeder Monat, den man warten müsse, koste Geld. Walter Drebinger meinte, dass man zwischen Auszug der Verwaltung und Baubeginn schon zwei Monate verloren habe.

Seit dieser Woche wird im Innern des Rathauses gearbeitet. Es wird entkernt, Schadstoffe müssen getrennt werden. Mitte April soll der eigentliche Abbruch beginnen, sagte der Architekt. Bis August wolle man die Ausschreibung für den Rohbau "auf den Markt schicken", der im März 2020, also in einem Jahr, beginnen soll.