Zum Thema "Großveranstaltung um jeden Preis!?" hat die CSU-Stadtratsfraktion durch ihren Fraktionssprecher Alexander Schulz einen offenen Brief an Bürgermeister Gerald Brehm gerichtet. Darin übt sie deutliche Kritik an Brehm.

Wortlaut des offenen Briefes

"Sehr geehrter Herr Bürgermeister Brehm,

am vergangenen Samstag berichteten die beiden Lokalzeitungen über die Planungen des Bürgermeisters zur Durchführung von Kultur- und Festveranstaltungen in diesem Jahr. Dies verwundert uns sehr, sollte doch genau dieser Themenkomplex in der kommenden Kulturausschusssitzung diskutiert und erörtert werden. Sie haben es aber wieder einmal vorgezogen, am entscheidenden Gremium Höchstadts - dem Stadtrat - vorbei Fakten zu schaffen. Was genau soll in der Ausschusssitzung am 17. März überhaupt noch entschieden werden? In den Zeitungsartikeln werden doch schon detaillierte Planungen vorgestellt.

Hier werden aus unserer Sicht ohne jeden Druck Hoffnungen geschürt. Sie werden zitiert mit den Worten: ,Die Bevölkerung ist soweit, dass wir positive Zeichen senden können.‘

Welche positiven Signale sollen dies sein? Es ist in der derzeit so schwierigen Situation doch überhaupt noch nicht möglich, Aussagen darüber zu treffen, was letztlich umsetzbar sein wird. Hier wäre etwas mehr Zurückhaltung angebracht gewesen. Auch der Vorschlag, die Kirchweih und das Altstadtfest zusammenzulegen und in den Sommerferien durchzuführen, irritiert uns. Sicher kann man darüber nachdenken, Volks- oder Altstadtfeste neu zu terminieren. Unsere Kirchweih wird allerdings traditionell am Sonntag nach dem Gedenktag ,Peter und Paul‘ begangen. Es sind Feierlichkeiten zum Gedenken an die Kirchweihe unserer katholischen Stadtpfarrkirche St. Georg. Diese sollte nicht, eventuell sogar zusammengelegt mit dem Altstadtfest , an irgendeinem x-beliebigen Termin stattfinden. Hier würde der Sinn dieses Festes verlorengehen.

Wir alle wünschen uns, baldmöglichst wieder zu etwas mehr Normalität zurückkehren zu können. Wir alle wünschen uns Lockerungen der derzeitigen massiven Beschränkungen. Wir alle wünschen uns Treffen mit Freunden und Bekannten bei den allseits beliebten Festveranstaltungen in Höchstadt. Wir alle wünschen uns die Möglichkeit des Besuchs von Kulturveranstaltungen . Wir alle wünschen uns ein unbeschwertes Mitein­ander im Vereinsleben. Wir alle wünschen uns sorgloses Kinderlachen auf unseren Spielplätzen. Wir alle wünschen uns Licht am Ende des Tunnels, ein Ende der Belastungen durch die Fesseln dieser weltweiten Corona-Pandemie.

Ein wichtiger Schritt zu etwas mehr Normalität stellt sicherlich das Erreichen einer möglichst hohen Impfquote dar. Und genau hier sollte die Stadt ansetzen. Viele der über 80-Jährigen, die zur Personengruppe mit höchster Priorität nach der Impfverordnung zählen, sind nur begrenzt mobil. Um für diese Gruppe ein Unterstützungsangebot zu bieten, sollte die Stadt die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Impfungen vor Ort möglich werden.

In Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus und ortsansässigen Ärzten könnte ein Impfteam ins Leben gerufen werden. Dieses könnte, beispielsweise in den Räumen der Fortuna-Kulturfabrik, Corona-Impfungen vor Ort anbieten. Durch diese Maßnahmen würde die Situation für die zu Impfenden deutlich entspannt werden.

Erst wenn wir alle gemeinsam die Situation rund um die Corona-Pandemie in den Griff bekommen, können wir uns ernsthaft und verantwortungsvoll Gedanken machen über ein Zurück zur Normalität."

Impfteam beantragt

Einen Antrag der CSU-Fraktion auf Bildung eines Impfteams hat Fraktionssprecher Schulz dem offenen Brief an den Bürgermeister beigefügt.

Darin beantragt die CSU , der Bürgermeister möge beauftragt werden, Kontakt mit dem Kreiskrankenhaus und ortsansässigen Ärzten aufzunehmen, um die Möglichkeiten der Bildung eines Impfteams zu eruieren. Ein entsprechendes Konzept solle durch die Stadt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und dem Impfteam entwickelt werden. red